»Fall Metzelder«

Verantwortung stellen

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(sid). Es wird der Spießrutenlauf eines Unsichtbaren. Christoph Metzelder hat als Vize-weltmeister und TV-Experte häufig im Rampenlicht gestanden - im September 2019 aber verschwand er angesichts schwerer Vorwürfe mit einem Schlag aus der Öffentlichkeit. Ab dem heutigen Donnerstag muss sich der frühere Fußball-Nationalspieler stellen: Vor dem Düsseldorfer Amtsgericht beginnt seine Hauptverhandlung wegen des Besitzes (in einem Fall) bzw.

der Weiterleitung (in 29 Fällen) kinder- und/oder jugendpornografischer Schriften.

»Das passt gar nicht zusammen«, sagte sein Anwalt Ulrich Sommer im RTL-Interview. Metzelder selbst schweigt bisher. »Die Formulierung des Doppellebens ist gar nicht so weit hergeholt. Herr Metzelder war über sich selbst erschrocken, dass es so was wie ein Doppelleben gibt«, berichtet Sommer.

Sein Mandant sei offensichtlich auf der Suche nach einem »Kick« gewesen - mit »Dingen, die man tunlichst nicht angefasst haben sollte«. Auf die Nachfrage, ob er damit »Kinderpornografie« meine, antwortete der Anwalt mit einem schlichten »Ja«. Dennoch kommt Sommer zu dem Schluss: »Ist Metzelder pädophil? Ist er natürlich nicht! Das weiß auch die Staatsanwaltschaft.« Doch sein Mandant wisse, was er getan habe: »Er weiß auch, dass man das als Fehler bezeichnen kann, und er weiß, dass er sich seiner Verantwortung stellen muss.«

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