Auch der Puck fliegt nicht mehr: Die WM in der Schweiz ist abgesagt worden. FOTO: DPA
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Auch der Puck fliegt nicht mehr: Die WM in der Schweiz ist abgesagt worden. FOTO: DPA

Dem Unvermeidlichen gefügt

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(sid). Die Signale aus Übersee waren positiv, in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hatten junge deutsche Spieler wie Tim Stützle für Furore gesorgt, die deutsche Nationalmannschaft durfte mit viel Optimismus aufs Frühjahr schauen: Doch dann spielte der Sport auch im Eishockey keine Rolle mehr. "Die Welt steht still! Der Höhepunkt der Saison wurde eben abgesagt", schrieb Bundestrainer Toni Söderholm bei Instagram, nachdem das Unvermeidliche auch Tatsache geworden war.

Tagelang hatte der Eishockey-Weltverband IIHF gezögert, wohl auch, um Versicherungsfragen zu klären, bevor er am Samstag die Absage der WM in der Schweiz (8. bis 24. Mai) erklärte. "Natürlich bin ich enttäuscht darüber, dass all die Pläne und die harte Arbeit jedes Einzelnen nicht umgesetzt werden", sagte Söderholm, doch "derzeit ist es wichtig, den Fokus auf andere Dinge zu legen und gemeinsam mit Vernunft diese Krise zu meistern."

Jene Krise mit dem Namen Corona-Pandemie, die den Weltsport binnen kürzester Zeit lahmlegte, die die DEL, die NHL stoppte, und den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) außer das WM-Turnier auch die fünf Heim-Länderspiele im Vorfeld kostete. Diese Spiele sollen nun ins nächste Jahr verschoben werden. "Die Vorfreude war riesengroß", sagte DEB-Präsident Franz Reindl, der die Absagen gleichwohl "nachvollziehbar konsequent" nannte.

Anfang März erst waren Söderholm und Sportdirektor Stefan Schaidnagel von einer Nordamerika-Reise zu Topstar Leon Draisaitl und Co. zurückgekehrt und hatten durchweg ermutigende Signale erhalten. Es bestand nach dem Viertelfinale 2019 erneut die Aussicht auf ein sehr konkurrenzfähiges deutsches WM-Team. Schaidnagel sprach von einem "starken Kader", der verfügbar gewesen wäre. "Es ist natürlich bitter", sagte NHL-Legionär Dominik Kahun (Buffalo Sabres), aber man habe die Absage kommen sehen. Die jährliche Weltmeisterschaft fällt erstmals seit 1946 aus. Das Turnier in der Schweiz war mit einem Budget von über 30 Millionen Euro veranschlagt, mehr als 300 000 Eintrittskarten waren bereits verkauft worden. "Es ist eine harte Realität, der sich die Eishockey-Familie stellen muss, aber wir müssen diese akzeptieren", machte IIHF-Boss Rene Fasel deutlich.

Die Eishockey-Saison in Europa ist damit praktisch vorbei, nur die russisch-dominierte KHL hofft noch auf eine Fortsetzung. In der pausierenden NHL werden alle möglichen Szenarien diskutiert, um die Saison zu retten, selbst eine Stanley-Cup-Vergabe im September ist vorstellbar.

Ob die WM in der Schweiz nun 2021 steigt, soll beim nächsten IIHF-Kongress diskutiert werden. Eigentlich stehen die Gastgeber bis 2025 bereits fest.

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