Pechvogel auf der dritten Etappe: Der Franzose Anthony Perez gewinnt beide Bergwertungen, fährt damit ins Gepunktete Trikot und muss nach einem Sturz aufgeben. FOTO: AFP
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Pechvogel auf der dritten Etappe: Der Franzose Anthony Perez gewinnt beide Bergwertungen, fährt damit ins Gepunktete Trikot und muss nach einem Sturz aufgeben. FOTO: AFP

Ein uneigennütziger Sieger

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Mit drei Siegen war Ewan 2019 der Sprintstar bei der Tour. Am Montag schlägt er erstmals zu und widmet den Sieg dem Sturzopfer Degenkolb. Ewans Vor-gänger Greipel quält sich ins Ziel. Die Franzosen feiern die Triumphfahrt 2.0 von Alaphilippe.

Caleb Ewan und Roger Kluge klatschten sich vor der Häuserwand in Sisteron kurz ab, dann galt der erste Gedanke auch Sturzopfer John Degenkolb. "Den Sieg möchte ich den beiden Jungs widmen. Wir hatten so viele Stürze und zwei Fahrer eingebüßt. Aber wir haben den Kopf oben behalten", sagte Ewan, nachdem er unter Mithilfe von Lokomotive Kluge am Montag auf dem dritten Teilstück nach 198 km von Nizza nach Sisteron den Sieg vor dem Iren Sam Bennett und dem Italiener Giacomo Nizzolo geholt hatte.

Eine schöne Entschädigung für das Lotto-Soudal-Team, nachdem am ersten Tag Ewans prominente Kollegen Degenkolb und Philippe Gilbert das Rennen nach Sturzverletzungen verlassen hatten. Mit sechs Mann ging die Reise weiter, doch auf Ewan war Verlass. Wie ein Slalom-Fahrer schoss er durch das Feld nach vorne. "Sieg ist Sieg. Er hat es öfter bewiesen, er findet seinen Weg", sagte Kluge, der die Vorarbeit geleistet hatte.

Ewan, der klein gewachsene Mann aus Sydney, hatte 2019 Andre Greipel beim belgischen Rennstall abgelöst. Für den deutschen Altstar ist der Traum vom zwölften Tour-Etappensieg dagegen ganz weit weg. "An Sprinten ist momentan nicht zu denken. Ich muss sehen, dass ich ins Ziel komme", sagte der 38-Jährige, der nach seinem Sturz am Samstag mit vier Stichen genäht worden war und am Montag auf Platz 134 ins Ziel trudelte. Und Kollege Nils Po-litt fügte hinzu: "Wir hoffen, dass sich sein Knie erholt, damit wir wieder für André sprinten können."

Die Ovationen am Straßenrand gehörten aber vornehmlich dem französischen Liebling Julian Alaphilippe, der am Sonntag triumphiert hatte und ins Gelbe Trikot geschlüpft war. "Die Fete kann beginnen", schrieb das Tour-Organ "L’Equipe" und rechnete bereits vor, wie lange diesmal die Reise in Gelb andauern könnte. Am Montag war sein Spitzenrang - Alaphilippe liegt vier Sekunden vor dem Briten Adam Yates - nicht in Gefahr. Der Franzose erreichte mit dem Hauptfeld das Ziel, genauso wie die Topfavoriten um Vorjahressieger Egan Bernal aus Kolumbien. Auch Emanuel Buchmann konnte für die erste Bergankunft am Dienstag Kräfte sammeln.

Anthony Perez (Cofidis), der in der Fluchtgruppe die ersten beiden Bergwertungen gewann und nach der Etappe das Gepunktete Trikot des besten Kletterers übernommen hätte, krachte in einer Abfahrt nach rund 120 km in ein Teamfahrzeug. Das Rennen war für ihn mit einem Bruch des linken Schlüsselbeins beendet.

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