Überraschung durch Marterer

  • schließen

Nach Alexander Zverev haben es auch sein Bruder Mischa, Angelique Kerber, Andrea Petkovic, Julia Görges und unerwartet Maximilian Marterer in die dritte Runde der French Open geschafft. Auch Jan-Lennard Struff hatte die Chance dazu, konnte sie aber nicht nutzen.

Die deutschen Tennis-Fans in Paris pilgerten von Sieger zu Sieger: Angeführt von Angelique Kerber ist nach dem fünften Turniertag ein Quintett Alexander Zverev in die dritte Runde der French Open gefolgt. Dabei sorgten Andrea Petkovic (6:0, 7:6 über Bethanie Mattek-Sands aus den USA) und der aufstrebende Maximilian Marterer für kaum erwartete Erfolge, zudem erreichte Zverevs älterer Bruder Mischa die letzten 32 – bei weitem sein bestes Abschneiden in Paris. Alexander Zverev hat schon an diesem Freitag gegen Damir Dzumhur aus Bosnien-Herzegowina die Chance auf seinen ersten Einzug in ein French-Open-Achtelfinale.

Für die große Überraschung sorgte am Donnerstag Marterer, er bezwang Kanadas Jungstar Denis Shapovalov 5:7, 7:6 (7:4), 7:5, 6:4. Damit steht der 22-jährige Franke wie schon bei den Australian Open im Januar unter den letzten 32 und trifft dort am Samstag auf den Esten Jürgen Zopp. Petkovic bekommt es dann mit der Weltranglisten-Ersten Simona Halep aus Rumänien zu tun, Kerber trifft auf Kiki Bertens, gegen die Niederländerin verlor sie 2016 in der ersten Runde. Görges bezwang am späten Donnerstagabend Alison van Uytvanck aus Belgien mit 7:5 und 7:6 (7:5) und trifft nun auf die langjährige Weltranglisten-Erste Serena Williams (USA), die 3:6, 6:3, 6:4 gegen die an Nummer 17 gesetzte Australierin Ashleigh Barty gewann.

Nervös ist Marterer nicht angesichts der großen Chance, erstmals das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers zu erreichen. "Genau darum geht’s", sagte der eher schüchtern daherkommende Aufsteiger. Gegen Shapovalov bewies der von Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann betreute Marterer zuvor aber keine Scheu und biss sich in der Stierkampfarena durch – an gleicher Stelle hatte Alexander Zverev am Mittwoch noch einen 1:2-Satzrückstand gegen Serben Dusan Lajovic gedreht.

In dem Linkshänder-Duell mit mächtigen Grundschlägen von beiden war der 19-jährige Shapovalov anfangs in den wichtigen Momenten einen Tick besser. Marterer verlor den ersten Satz, nachdem ihm beim Stand von 5:6 zwei Doppelfehler unterliefen. Direkt danach gab er wieder seinen Aufschlag ab und lag im zweiten Durchgang 0:3 zurück. "Es war kurz davor, dass mir das Match schnell wegläuft", räumte er ein. Dann schlug Marterer meist stark auf und returnierte besser, während Shapovalov nun deutlich mehr Fehler machte. Nach 3:11 Stunden egalisierte der immer stärker werdende Marterer sein bestes Grand-Slam-Resultat.

Jan-Lennard Struff verpasste den erstmaligen Einzug in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers dagegen trotz starken Starts und unterlag dem Amerikaner Steve Johnson 6:4, 6:7 (5:7), 2:6, 2:6. "Den zweiten Satz muss ich gewinnen, und dann ist gut. Ich habe dann gleich ein Break gekriegt und ein bisschen das Vertrauen verloren", sagte Struff nach dem vermeidbaren Aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare