Paris jubelt

Tuchel zähmt die Superstars

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(sid). Von der Jubeltraube um seine Superstars Neymar und Kylian Mbappe hielt sich Thomas Tuchel fern. Das eingegipste Bein hätte einen Sprung in den Party-Reigen unmöglich gemacht, es war aber auch einfach der Moment der Mannschaft, die abseits ihres Trainers durch die Nacht von Lissabon tanzte. Der Einzug von Paris St. Germain ins Champions-League-Finale am Sonntag (21 Uhr/Sky und DAZN) ist ein Sieg der Spieler über persönliche Befindlichkeiten und Zweifler von außen.

Tuchel, als Zähmer der Alpha-Tiere Mbappe und Neymar gelobt, erkannte das. "Die Mannschaft ist echt zusammengewachsen", sagte er bei Sky nach dem 3:0-Sieg im Halbfinale gegen RB Leipzig: "Es fühlt sich an, als würde man, in Anführungszeichen, einen Underdog trainieren, der sich komplett darüber definiert. Man könnte uns unterstellen, wir definieren uns nur über die Einzelqualität - aber das ist eben nicht so." Was Tuchel meint: Das mit Einzelkönnern gespickte Orchester spielt nun im Einklang, keiner der Star-Geiger giert mehr nur nach seinem Solo. Das war auch schon mal anders. Neymar und Mbappe wechselten 2017 für insgesamt 402 Millionen Euro gemeinsam nach Paris. Tuchel übernahm ein Jahr später. Doch Kompetenzgerangel innerhalb der Truppe vergiftete teilweise das Klima. Heute sind dies Geschichten vergangener Tage.

"Es ist wichtig, dass man die Leute um einen herum schätzt, dann ist es leichter, Opfer zu bringen", sagte Mbappe, der verstanden habe, dass es zum Gewinnen auch die anderen brauche und nicht nur ihn und Neymar. In Lissabon lässt sich das bestens beobachten. Neymar grätscht plötzlich in der Rückwärtsbewegung, Mbappe rennt sich die Seele aus dem Leib: Gegen Leipzig trugen sie mit ihren Qualitäten die Mannschaft und ermöglichten dem überragenden Angel Di Maria, Torschütze zum 2:0 und zweimaliger Assistgeber, und ihrem gesamten Team einen großen Abend.

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