Tsitsipas kritisiert Djokovic

(sid). Zumindest bis zur Auslosung hatte sich Novak Djokovic schon mal durchgeschlagen. Auch vier Tage vor Turnierstart befand sich der Weltranglistenerste noch immer in Melbourne, bereitete sich auf seinen umstrittenen Start bei den Australian Open vor und bekam seinen Auftaktgegner zugelost - gleichzeitig stand weiter ein großes Fragezeichen hinter dem Namen des Serben.

Der gewaltige Wirbel hält an, das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres wird schon jetzt von dem Politikum überschattet.

Die Regierung Down Under verschob am Donnerstag die Entscheidung über den erneuten Entzug der Aufenthaltsgenehmigung des 34 Jahre alten Serben einmal mehr. Und während weiterhin die Ausweisung aus Australien droht, wird unter Djokovics Kollegen das Unverständnis lauter. Stefanos Tsitsipas, Weltranglistenvierter und French-Open-Finalist, kritisierte den Branchenprimus deutlich.

»Wir haben uns alle an die Regeln gehalten, um nach Australien zu kommen und am Turnier teilzunehmen. Und wir haben uns dabei sehr diszipliniert verhalten«, sagte der Grieche in einem Interview mit dem indischen TV-Sender WION: »Eine sehr kleine Minderheit hat sich entschieden, ihren eigenen Weg zu gehen. Das lässt die Mehrheit irgendwie wie Idioten aussehen.«

Der frühere Wimbledon-Sieger Michael Stich ärgerte sich ebenfalls. Der Fall Djokovic sei mittlerweile »so politisiert, dass der Respekt gegenüber all den anderen Profis, die in Melbourne antreten, verloren geht«, sagte der 53-Jährige dem »Spiegel«.

Auch am Donnerstag herrschte Unruhe im Melbourne Park, die sportlichen Nachrichten vor dem ersten Jahreshighlight wurden weiter deutlich von der beherrschenden Causa Djokovic übertönt. Die Auslosung, die dem Titelverteidiger in der ersten Runde seinen Landsmann Miomir Kecmanovic bescherte und erst im Halbfinale ein mögliches Duell mit Alexander Zverev, wurde plötzlich und ohne Angabe von Gründen um mehr als eine Stunde verschoben.

Inzwischen wurde bekannt, dass die Zuschauerkapazität auf 50 Prozent der möglichen Auslastung bei den Australian Open begrenzt wurde.

Deutsche Duelle

Damen: Tatjana Maria (Bad Saulgau) - Maria Sakkari (Griechenland), Andrea Petkovic (Darmstadt) - Barbora Krejcikova (Tschechien), Angelique Kerber (Kiel) - Kaia Kanepi (Estland)

Herren: Oscar Otte (Köln) - Tseng Chun Hsin (Taiwan), Alexander Zverev (Hamburg) - Daniel Altmaier (Kempen), Dominik Koepfer (Furtwangen) - Carlos Taberner (Spanien), Peter Gojowczyk (München) - Benjamin Bonzi (Frankreich), Philipp Kohlschreiber (Augsburg) - Marco Cecchinato (Italien), Jan-Lennard Struff (Warstein) - Botic van de Zandschulp (Niederlande).

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