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Trotzige Gladbacher

  • vonSID
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In Madrid spielten die Bayern- Bubis in der Champions League, die ausgeruhten Stars sind heiß auf das Bundesliga-Duell gegen Leipzig. Und auch Gladbach blickt trotz allem Ärger nach der unglücklichen 2:3-Niederlage gegen Inter Mailand nach vorne: Auf sein Gruppenfinale bei Real Madrid.

Bayern München und Borussia Mönchengladbach schauten nach ihren turbulenten Champions-League-Nächten nach vorne - allerdings mit völlig unterschiedlichem Fokus. Während der Titelverteidiger das Fußball-Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig laut Retter Thomas Müller "schon im Blick" hat, dreht sich bei den Fohlen noch immer alles um die Königsklasse und das "Endspiel" um den Achtelfinal-Einzug bei Real Madrid.

"Wir haben wieder gezeigt, dass wir da sind in der Gruppe. Nun müssen wir halt in Madrid das Ding zumachen", betonte Gladbachs Trainer Marco Rose (Bild) nach dem ebenso spektakulären wie unglücklichen 2:3 (1:1) gegen Inter Mailand. Nationalspieler Florian Neuhaus pflichtete ihm bei: "Wir haben noch ein Spiel, dann machen wir es halt gegen Real fest." Zuversicht für das "Finale" am Mittwoch bei den Königlichen um Toni Kroos verleihe die Tabelle, behauptete Christoph Kramer: "Wir haben die beste Ausgangssituation von allen Teams. Das haben wir uns erarbeitet", sagte der 29-Jährige. In der Tat haben die Gladbacher die besten Karten. Schon ein Punkt beim kriselnden Rekordsieger, der 0:2 bei Schachtjor Donezk verlor, würde den Fohlen reichen zum erstmaligen Einzug in die K.-o.-Runde. Im schlechtesten Fall würde die Borussia in der Europa League überwintern.

"Wir sind dabei in einer ganz schwierigen Gruppe. Wahrscheinlich haben uns das nicht viele zugetraut", sagte Rose, der noch lange nach Abpfiff mit der Aberkennung des 3:3-Ausgleichstreffers nach Videobeweis von Alassane Plea in der 83. Minute haderte. Aber, so betonte er: "Wir haben ein Ziel, und das heißt weiterkommen." Am Dienstagabend hatte Inter-Starstürmer Romelu Lukaku den Unterschied ausgemacht und hielt die Chance der Nerazzurri auf die K..o.-Runde am Leben. Den Doppelpack (64./73.) des belgischen Nationalspielers schrieb die "Gazzetta dello Sport" gar ein Stück weit den Gladbacher Unruhestiftern der vorherigen Nacht zu: "Die deutschen Fans haben den Fehler begangen, vor dem Match Romelus Schlaf zu stören. ›Big Rom‹ hat sich gerächt." Vor dem Hotel der Lombarden hatten nach Polizeiangaben gegen 4 Uhr morgens Unbekannte mehrere Feuerwerksbatterien und anderes pyrotechnisches Material abgebrannt.

Das Weiterkommen hatten die Bayern bereits vor dem 1:1 (0:1) ihrer Bubis bei Atletico Madrid erreicht. "Alterspräsident" Müller nahm nach dem Ende des historischen Rekordlaufs mit 15 Siegen noch im Kreise der "Boyband" den nächsten Höhenflug ins Visier. "Zeit für eine neue Siegesserie", schrieb der Torschütze aus der Kabine und versah einen seiner Beiträge mit dem Motto: "Leipzig schon im Blick!" Routinier Müller hatte die Stimmung vor dem Topspiel mit seinem an ihm selbst verschuldeten späten Elfmetertreffer (86.) gerettet. Die "jungen Hüpfer", wie er die zahlreichen Youngster um Ausnahmetalent Jamal Musiala und Profidebütant Bright Arrey-Mbi (beide 17) nannte, traten danach wieder ins zweite Glied zurück - und übergaben an die ausgeruhten Stars.

Kapitän Manuel Neuer hatte zu Hause vor dem Fernseher mal wieder Zeit fürs Kochen und präsentierte im Netz stolz seine Gemüsepfanne. Torjäger Robert Lewandowski alberte entspannt mit Töchterchen Laura herum. Das Duo durfte wie Leon Goretzka und Corentin Tolisso in München bleiben - und soll gegen RB in alter Stärke zurückkommen.

Der Bundesliga-Spitzenreiter konnte sich mit dem sicheren Gruppensieg im Rücken gleich mehrere Experimente leisten. Nicht alle gingen auf. Am Ende stand für die jüngste Startelf seit fünf Jahren (26 Jahre/Schnitt) aber immerhin das 16. Auswärtsspiel in der Königsklasse hintereinander ohne Niederlage. Trainer Hansi Flick war rundum zufrieden: "Es war ein gelungener Abend für uns." FOTO: DPA

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