Alexandra Popp möchte mit dem VfL Wolfsburg in Spanien den Champions-League-Titel holen. FOTO: DPA
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Alexandra Popp möchte mit dem VfL Wolfsburg in Spanien den Champions-League-Titel holen. FOTO: DPA

Triple-Jagd im Risikogebiet

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(sid). Die Triple-Lust ist Alexandra Popp anzumerken. "So schnell hat man noch nie die Champions League gewonnen", sagte die Kapitänin des Double-Gewinners VfL Wolfsburg und gab so für das anstehende Finalturnier im Baskenland das Motto vor. Drei Siege noch, und Popp feiert mit ihren Wölfinnen zum zweiten Mal nach 2013 den Dreifach-Triumph aus Meisterschaft, Pokal und Europas Fußball-Krone. Und mit dem Viertelfinale gegen Außenseiter Glasgow City am Freitag (18 Uhr/Sport1) in San Sebastian hat der VfL schon mal den dankbarsten Auftaktgegner erwischt.

Trotz Pandemie, zwischenzeitlicher Zwangspause und Reisewarnung für Spanien - Tiefstapelei kommt für eine Kämpfernatur wie "Poppi" nicht infrage: "Wir haben immer gesagt, dass die Champions League in dieser Saison unser oberstes Ziel ist." Ein wenig mulmig wurde der Olympiasiegerin allerdings doch angesichts wieder ansteigender Corona-Fallzahlen in Spanien. Vor der Abreise am Mittwoch per Charterflieger war sie "nicht unbedingt ängstlich, aber es ist schon ein komisches Gefühl", zumal beim möglichen Halbfinalgegner Atletico Madrid in der Vorbereitung fünf Corona-Fälle auftraten.

Was in diesen Tagen sicher auch hilft, ist die Erinnerung an das Jahr 2013. An der Londoner Stamford Bridge besiegten die Wölfinnen im Finale den haushohen Favoriten Olympique Lyon und holten im ersten Jahr in der Königsklasse gleich das Triple. "Das schafft auch nicht jeder", sagte die Kapitänin des DFB-Teams lachend.

Für das "Kopfballungeheuer" aus dem Ruhrgebiet endete die erste Saison im VfL-Trikot damals mit dem maximalen Erfolg. Untrennbar ist der Name Popp mit der beeindruckenden Wolfsburger Titelsammlung verbunden: Es folgten ein weiterer Triumph in der Champions League 2014, fünf Meisterschaften und sechs Pokalsiege. Doch die Durststrecke seit dem letzten internationalen Erfolg wurmt die 29-Jährige. 2016 und 2018 platzte der Traum vom Henkelpokal im Finale - beide Male hieß der Endgegner, der die Trophäe wegschnappte, Olympique Lyon.

Ist das Starensemble, das am Samstag (20 Uhr/Sport1) auf Bayern München trifft, auch in diesem Jahr der Topfavorit? Oder hat das Finalturnier im knackigen K.-o.-Modus ohne Rückspiele seine eigenen "Gesetze"? Popp zuckt mit den Schultern: "Ich bin selbst gespannt." Dass die Klubs bis zu sechs Neuzugänge für ihren Kader nominieren durften, macht die Prognose nicht einfacher. Doch Popp ist vom Potenzial ihres Teams, das in der Liga mit acht Punkten Vorsprung auf München souverän zum Titelgewinn marschierte, überzeugt. Zumal der VfL-Kader mit den Verpflichtungen etwa von Supertalent Lena Oberdorf (SGS Essen), Pauline Bremer (Manchester City) und Kathrin Hendrich (Bayern München) nicht schlechter geworden ist.

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