Doppeltorschütze André Silva (33) holt sich die Glückwünsche seiner Frankfurter Teamkollegen beim 4:1-Erfolg in der Hauptstadt ab. FOTO: DPA
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Doppeltorschütze André Silva (33) holt sich die Glückwünsche seiner Frankfurter Teamkollegen beim 4:1-Erfolg in der Hauptstadt ab. FOTO: DPA

Traum von Europa lebt weiter

  • vonred Redaktion
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Nach dem 4:1 in Berlin ist sogar noch der Einzug ins europäische Geschäft für die Frankfurter Eintracht möglich - wenn auch eher unwahrscheinlich.

Nachdem aus der Frankfurter Wundertüte dieses Mal ein glatter Dreier heraushüpfte und die latent vorhandene Abstiegsangst endgültig gebannt war, sind die Blicke schnurstracks wieder nach oben gegangen. So mussten die Eintracht-Protagonisten nach dem souveränen 4:1 (0:1) bei Hertha BSC Fragen beantworten, was denn noch drin sei in dieser so wechselhaften Spielzeit und ob man nicht vielleicht doch noch Platz sieben erreichen könne.

Sportdirektor Bruno Hübner bremste umgehend die Erwartungen. Die TSG Hoffenheim, fünf Zähler vor der Eintracht auf Rang sieben, noch abzufangen, werde "schwer", die eigene Mannschaft müsse alle verbleibenden Partien noch gewinnen und auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Eingedenk der Wankelmütigkeit fällt es schwer daran zu glauben, dass die Frankfurter zum Schluss eine Siegesserie hinlegen könnten, selbst wenn die Gegner auf dem Papier machbar erscheinen:

Am Mittwoch (18.30 Uhr) geht es gegen die kriselnden Schalker, dann nach Köln und abschließend reist der designierte Absteiger SC Paderborn an den Main. Manager Hübner tat gut daran, den Ball flachzuhalten. Die gesamte Spielzeit sei von "Schwankungen" geprägt gewesen, was er auch an der Vielzahl der Begegnungen und den Strapazen festmacht. "Wir haben jetzt schon wieder 51 Spiele absolviert, da ist es schwer, konstante Leistungen abzurufen". Nichtsdestotrotz habe man jetzt die Chance, "die Saison ordentlich zu beenden. Wir wollen das Beste daraus machen". Was auch immer das sein wird.

Torwart Kevin Trapp ging nun auch nicht in die Vollen, aber der siebte Platz, der eine erneute Ochsentour durch die europäische Provinz zur Folge hätte (falls Corona es zulässt), spukt im Hinterkopf sehr wohl umher. "Ob es am Ende reicht, müssen wir sehen", sagte der fast 30-Jährige und fügte an: "Wenn es reichen würde, wäre es sensationell."

Sehr wahrscheinlich ist es dennoch nicht. Dafür hat die Eintracht zu viele Punkte liegengelassen und sich zu viele Schwächeperioden erlaubt. Ein Platz im Mittelfeld wäre in dieser merkwürdigen Spielzeit verdient und auch absolut in Ordnung. Die Partie in Berlin war kein Spiegelbild der Saison, aber sie steht gewissermaßen stellvertretend für die stetigen Auf und Abs.

Vor einer Woche im Heimspiel gegen Mainz 05 (0:2) zeigte die Eintracht eine indiskutable Leistung, unter der Woche im Pokal in München (1:2) eine schwache erste und starke zweite Halbzeit und nun in der Kapitale wiederum einen sehr überzeugenden, abgeklärten und reifen Vortrag. Diese Ausschläge nach oben und unten haben die Saison zu der gemacht, die sie geworden ist, eine in der Mitte des Tableaus eben.

Im Olympiastadion war die Eintracht von Beginn an ordentlich im Spiel, musste aber mit dem ersten richtigen Torschuss der Hertha gleich mal das 0:1 durch Krzystof Piatek (24.) wegstecken. Das 19. Mal übrigens, dass die Frankfurter einem 0:1-Rückstand nachlaufen mussten. Die Eintracht blieb aber ruhig, und spätestens als Dedryck Boyata als letzter Mann seinen Widerpart Bas Dost foulte und mit Rot des Feldes verwiesen wurde (45.), kippte die Partie endgültig. Diese Szene war wahlweise der "Türöffner" (Mittelfeldmalocher Dominik Kohr) oder der "Knackpunkt" (Trainer Adi Hütter), in jedem Fall hat sie, wie Dost kurz und knackig analysierte, "alles entschieden".

Fortan spielte die Eintracht Katz und Maus mit ihren Kontrahenten, die Berliner kamen kaum mehr über die Mittellinie, die Treffer fielen zwangsläufig: Der fleißige Dost (51.) glich aus, der bärenstarke André Silva, erst zur Halbzeit eingetauscht, knipste zweimal (62./86.), und sogar Evan Ndicka trug sich mit einem satten Linksschuss in die Schützenliste ein (68.).

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