Training, Kneten, Beine hoch

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(sid). Laura Siegemund verzichtete am Tag vor dem bislang größten Match ihrer Karriere auf verrückte Dinge. "Ein lockeres Training, am Nachmittag viel Physiotherapie und die Beine hochlegen", sagte sie am Dienstag zu ihrer Vorbereitung: "Währenddessen taktische Planung fürs kommende Match, dann früh ins Bett."

Das heutige Match (12 Uhr/Eurosport) bei den French Open hat es in sich. Es ist das erste Viertelfinale der Schwäbin bei ihrem 16. Grand-Slam-Turnier, ein Moment, auf den die 32-Jährige lange hingearbeitet hat. Sie kann am Mittwoch als erste Deutsche seit Andrea Petkovic 2014 in Roland Garros das Halbfinale erreichen, entsprechend präzise wird Siegemund das Spiel von Petra Kvitova analysieren. Die cleveren Matchpläne sind ein wichtiger Faktor ihres Erfolgs.

Siegemund weiß: Gegen Kvitova, die zweimalige Wimbledonsiegerin aus Tschechien, erwarten sie völlig andere Aufgaben als im bisherigen Turnierverlauf. "Petra ist eine wirklich starke Gegnerin, keine Frage", sagte Siegemund: "Und es wird komplett anders als alle bisherigen Matches."

Bisher hatte es Siegemund weitgehend mit Sandplatzspielerinnen zu tun, die mit Spin spielen und taktisch agieren. Kvitova lebt vor allem von ihrer Power. "Sie schlägt sehr gut auf, und es gibt keine zweite Chance in Ballwechseln mit ihr", sagte Siegemund: "Es wird anders, und ich freue mich darauf."

Und noch etwas wird anders, komfortabler. Siegemund muss nicht mehr wie bei ihrem Achtelfinalerfolg auf einem der Außenplätze ran. Sie wird auf dem Center Court von Paris spielen, dem legendären Court Philippe Chatrier, seit diesem Jahr mit einem beweglichen Dach ausgestattet.

"Darüber bin ich nicht unglücklich", sagte Siegemund. Dabei ist sie bislang herausragend mit den Unwägbarkeiten beim letzten Grand-Slam-Event eines eigenartigen Tennisjahres umgegangen.

Spielmanipulation in Runde eins?

Unterdessen haben die französischen Strafverfolgungsbehörden ein Verfahren wegen möglichen Wettbetrugs eingeleitet. Dies berichtete am Dienstag die Nachrichtenagentur AFP. Als mögliche Delikte wurden Betrug in einer organisierten Tätergruppe und aktive und passive Korruption angeführt.

Konkret geht es um das Erstrundenmatch im Damen-Doppel zwischen dem in zwei Durchgängen erfolgreichen rumänischen Duo Andreea Mitu/Patricia Maria Tig und Jana Sisikowa/Madison Brengle (Russland/USA) vom 30. September. Auf das fünfte Spiel des zweiten Satzes sollen laut mehreren Berichten hohe Summen gesetzt worden sein, dies hätten verschiedene Wettanbieter gemeldet. Jana Sisikowa verlor das betreffende Aufschlagspiel zu Null.

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