Skispringen / Polen

Die Tournee als Politikum

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(dpa). Der 22-Stunden-Ausschluss von Polens Skispringern bei der Vierschanzentournee ist schnell zu einem Politikum geworden. Nur kurze Zeit, nachdem das ganze Team um Dawid Kubacki nach einem positiven Test von Klemens Muranka am Montag in Quarantäne geschickt und vom Oberstdorf-Springen ausgeschlossen wurde, meldete sich schon Regierungschef Mateusz Morawiecki zu Wort. "Für uns Polen beginnt der Winter mit dem Skispringen", schrieb der Top-Politiker bei Facebook. Man dürfe "diese schreiende Ungerechtigkeit nicht zulassen". Dass die Polen nach einem in höchstem Maße kuriosen Tag voller Corona-Wirrwarr in Oberstdorf doch noch starten durften, wird Morawiecki nun besonders freuen. Maßgeblich für die plötzliche Erlaubnis war am Dienstag die lokale Gesundheitsbehörde. Sie hob kurzerhand die Quarantäne wieder auf, als im Anschluss an Murankas Positivtest das komplette Team um Titelverteidiger Kubacki und Olympiasieger Kamil Stoch noch zweimal negativ getestet wurde.

An den weiteren Stationen in Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen ein Dilemma: Wie valide sind die bei der Tournee verwendeten PCR-Tests? Wie kann ein Test erst "klar positiv" und dann "zweimal klar negativ" (Generalsekretär Stern) ausfallen? Werden bei weiteren Serientestungen im Tournee-Verlauf Infizierte unter den Sportlern entdeckt, könnten Teams den polnischen Weg wählen: Nochmal testen und nochmal testen. Im Hygienekonzept vorgesehen ist das eigentlich nicht.

Der zweimalige Vierschanzentournee-Sieger Kamil Stoch hofft nach dem Corona-Chaos auf einen Lerneffekt. "Ich hoffe, dass das für die Zukunft ein paar Fehler im System gezeigt hat und es nicht noch mal passieren wird", sagte der 33-Jährige am Dienstagabend.

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