Der Ex-Schalker Markus Schubert ist hinter Kevin Trapp die neue Nummer 2 unter den Eintracht-Torhütern. FOTO: DPA
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Der Ex-Schalker Markus Schubert ist hinter Kevin Trapp die neue Nummer 2 unter den Eintracht-Torhütern. FOTO: DPA

Torwarttausch perfekt

  • vonred Redaktion
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Ob die Herren Fredi Bobic und Jochen Schneider so etwas wie Kumpels sind, ist nicht bekannt, sehr wohl aber, dass sie zumindest ein kollegiales Arbeitsverhältnis verbindet. Schon 1999, als Fredi Bobic noch Torjäger war, kreuzten sich seine Wege mit dem zwei Jahre älteren Schneider beim VfB Stuttgart. Später arbeiteten die beiden jahrelang in verschiedenen Posten der schwäbischen Chefetage zusammen, ehe es den einen als Sportchef zu Eintracht Frankfurt und den anderen nach Gelsenkirchen zog.

Zurzeit lassen die Weggefährten von einst ihren Kontakt intensiv aufleben. Wenngleich gerade Schneider bei seinem FC Schalke eine Menge Baustellen beackern muss, inklusive der Einstellung des Trainers Manuel Baum, stehen für ihn parallel auch wichtige Entscheidungen bezüglich des Spielerkaders für die Fußball-Bundesliga an - was zu Eintracht Frankfurt und Fredi Bobic führt. Das Transferkarussell dreht sich.

Bekanntlich ist erst vor Kurzem Angreifer Goncalo Paciencia per Leihe von Frankfurt nach Gelsenkirchen gewechselt, ihm folgt Ersatztorhüter Frederik Rönnow für ein Jahr - ebenfalls per Leihe. Der dänische Nationalkeeper wird bei den Königsblauen die Nummer eins zwischen den Pfosten, im Tausch erhält die Eintracht den Schalker Ersatzmann Markus Schubert für die laufende Saison. Er wird sich hinter Kevin Trapp einreihen. "Wir möchten Freddy die Gelegenheit nicht verwehren, regelmäßig in der Bundesliga sein Können unter Beweis zu stellen, wofür er auf Schalke aktuell die größeren Chancen sieht", sagte Bobic, der Schubert, 22 Jahre, für einen entwicklungsfähigen Mann hält, der bereits Bundesliganiveau nachgewiesen habe und nun in Frankfurt reifen könne.

Auch da Costa nach Gelsenkirchen?

Doch damit offenbar nicht genug: Wie Sport1 berichtet, soll S04 zudem Interesse am Frankfurter Flügelspieler Danny da Costa hegen. Der 27-Jährige, der bei der Eintracht einen Vertrag bis 2022 besitzt, könnte den Posten des rechten Verteidigers übernehmen, wo sich auf Schalke derzeit eine veritable Lücke auftut. Zuletzt musste Mittelfeldmann Sebastian Rudy hinten aushelfen. Ein Angebot für da Costa ist bei der Eintracht bisher nicht eingegangen.

Nach seiner herausragenden Saison im Premierenjahr von Trainer Adi Hütter, ist da Costa in der vergangenen Runde ins Hintertreffen geraten. Hütter ließ ihn nicht selten auch auf der Bank schmoren. Nach dem Restart aber kämpfte sich da Costa zurück, steigerte sich wieder, wurde aufgeboten und durfte auch in zwei der bisherigen drei Pflichtspiele dieser Saison von Beginn an ran. Beim dritten zuletzt in Berlin wurde er eingewechselt. Allerdings: Der Eindruck, dass da etwas im Verhältnis zwischen Trainer und Spieler nicht mehr ganz passt, drängt sich mehr und mehr auf. Nachdem da Costa beim Bundesligaauftakt gegen Bielefeld zur Pause ausgewechselt wurde, kommentierte sein Trainer die Entscheidung ungewohnt deutlich: "Wenn ich einen Spieler zur Halbzeit runternehme, dann muss er grottenschlecht gespielt haben." Etwas zurückhaltender, aber doch vielsagend äußerte sich da Costa unlängst in einem Interview mit der "FAZ": "Ehrlicherweise weiß ich gar nicht, ob unser Trainer Humor hat. Ich bin noch nie in die Situation gekommen, in der ich das hätte feststellen können."

Sinn würde ein Abgang von da Costa, der gestern gut gelaunt am Training teilnahm, für die Eintracht nur dann ergeben, wenn sie den Außenbahnspieler personell ersetzt. Hütter wünscht sich ja schon länger einen flotten, quirligen, dribbelstarken Außenstürmer, den er mit Ajdin Hrustic nun offenbar doch nicht bekommen hat.

Hrustic sieht sich als Zehner

Der am Montag vom FC Groningen für eine Million Euro bis 2023 fest verpflichtete 24-Jährige wurde bei den Niederländern in der Vergangenheit zwar häufig (eigentlich fast immer) auf dem rechten Flügel aufgeboten, sucht zudem das Risiko, fühlt sich aber zu anderen Aufgaben berufen, denen als Spielmacher im offensiven Mittelfeldzentrum. "Ich bin ein Zehner", stellte sich die neue Nummer sieben auf einer Pressekonferenz vor. Der australische Nationalspieler (zwei Einsätze) wird sich daher vordringlich mit dem zuletzt im Formtief kickenden Daichi Kamada um den Job auf dem Rasen balgen müssen. "Wir sehen ihn auf der Zehnerposition am stärksten", erklärte auch Bobic: "Ajdin muss sich dem Konkurrenzkampf stellen, das wird kein Selbstläufer." Darauf ange-sprochen bleibt Hrustic gelassen, schließlich gebe es ja überall Konkurrenzkampf: "Ich scheue diesen nicht, er spornt mich an." DANIEL SCHMITT

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