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Supercup-Held - Chelseas Torwart Kepa. IMAGO

Torwartjoker Kepa hält Supercup für Chelsea fest

(sid). Binnen Sekundenbruchteilen brach alles aus Thomas Tuchels Superjoker Kepa heraus. Der Frust, die Freude, die Genugtuung - ein Cocktail der Emotionen durchströmte den teuersten Torhüter der Welt nach seinem zweiten abgewehrten Elfmeter und dem damit verbundenen Triumph des FC Chelsea im Finale des europäischen Supercups gegen den FC Villarreal.

Chelsea siegte gegen den Europa-League-Champion aus Spanien mit 6:5 im Elfmeterschießen, nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 1:0) gestanden.

Dass der Baske von Tuchel erst zum Elfmeterschießen eingewechselt wurde und dort mit seinen Paraden zunächst den Fehlschuss von Kai Havertz wettmachte und dann zum Pokalhelden avancierte, war indes bestenfalls die halbe Story des 26-Jährigen. Denn während Chelsea-Stammkeeper Edouard Mendy geräuschlos seinen Platz zwischen den Pfosten räumte, hatte sich Kepa vor zwei Jahren exakt konträr verhalten und damit einen Skandal ausgelöst.

»Ich hätte damals vom Feld gehen müssen. Es tut mir leid, dass ich das nicht getan habe«, sagte der Schlussmann später. Wie diesmal Tuchel im Windsor-Park von Belfast, wollte seinerzeit Teammanager Maurizio Sarri im Ligacup-Finale gegen Manchester City vor dem Elfmeterschießen den Torwart wechseln. Doch Kepa weigerte sich, sein Tor für Willy Caballero zu räumen.

Damals wie heute lagen Statistiken vor, die den Tausch rechtfertigten. »Meine Entscheidung war nicht spontan. Die Analysten und Torwarttrainer haben mir die Daten gezeigt«, sagte Tuchel. Dennoch vergaß der Deutsche nicht, seine Nummer eins explizit zu loben: »Edouard zeigte nicht den Stolz, nicht vom Platz zu gehen. Er war glücklich, es für die Mannschaft zu tun.«

Mit strahlenden Gesichtern und dem Silberpokal posierten Kepa und Mendy nach der Siegerehrung. Wohl wissend, dass schon beim Premier-League-Auftakt des Champions- League-Gewinners am Samstag (16.00 Uhr MESZ) im Londoner Derby gegen Crystal Palace die alte Rangordnung wieder gelten wird.

Denn Tuchel hat keinen Grund, den Senegalesen Mendy nach einer starken Saison zur Nummer zwei zu degradieren. Kepa, für die Torwart-Weltrekordablösesumme von 80 Millionen Euro vor drei Jahren von Athletic Bilbao an die Stamford Bridge gewechselt, wird sich wieder auf die Bank setzen müssen.

Was jedoch die Feldspieler angeht, schloss Tuchel vor dem Stadtduell gegen den Außenseiter personelle Rotationen nicht aus. »Physisch war es das Schlechteste, was passieren konnte. Psychologisch war es das Beste, mit einem Titel zu starten«, sagte der 47-Jährige.

Wie gewohnt gehören die Blues zu den Titelfavoriten, insbesondere dann, wenn auch noch Toptorjäger Romelu Lukaku an die Themse wechseln sollte. Vorjahresmeister Manchester City verhandelt bereits mit Harry Kane (Tottenham Hotspur). Raphael Varane von Real Madrid und der Ex-Dortmunder Jadon Sancho sind bislang die Toptransfers vom Stadtrivalen Manchester United.

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