Die Darmstädter Tobias Kempe (M.) und Marcel Schuhen (r.) bejubeln nach Spielende ihren 4:3-Sieg in Karlsruhe, während Philipp Hofmann (l.) enttäuscht den Platz verlässt. FOTO: DPA
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Die Darmstädter Tobias Kempe (M.) und Marcel Schuhen (r.) bejubeln nach Spielende ihren 4:3-Sieg in Karlsruhe, während Philipp Hofmann (l.) enttäuscht den Platz verlässt. FOTO: DPA

Ein Topteam und viele Verfolger

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Der HSV führt die 2. Liga auch nach dem ersten sieglosen Spiel der Saison souverän an. Halbwegs folgen können vor allem norddeutsche Rivalen. Gerade der VfL Osnabrück verblüfft dabei. Mithalten kann aktuell auch der VfL Bochum.

Der Norden dominiert früh die 2. Fußball-Bundesliga. Doch der VfL Bochum ist im Aufstiegsrennen mittlerweile voll mit dabei. Der Revierclub kletterte am Sonntag mit dem hart umkämpften 3:2-Arbeitssieg (2:2) beim Tabellenletzten Würzburger Kickers auf Rang zwei. Souveräner Spitzenreiter bleibt der Hamburger SV, der sich sogar Punktverluste beim 2:2 im Stadtderby am Freitagabend gegen den FC St. Pauli leisten konnte und der Konkurrenz schon auf fünf Punkte enteilt ist. Dahinter lauern der neue Zweite Bochum, das mit elf Zählern punktgleiche Holstein Kiel und das Überraschungsteam VfL Osnabrück (10). Hannover 96 verpasste durch das enttäuschende 1:4 (0:2) bei Greuther Fürth den Sprung auf Platz zwei. Die Niedersachsen bleiben mit neun Punkten aber unter den Top sechs der Liga.

Über allen thront derzeit der HSV. Das liegt insbesondere an Zweitliga-Top-Torjäger Simon Terodde, der auch im Derby mal wieder doppelt traf. "Ich bin mächtig stolz auf die Mannschaft", sagte der 32-Jährige nach seinem achten Tor im sechsten Ligaspiel. Solch einen Vollstrecker hatte der HSV seit Jahren nicht. Schon dreimal war Terodde Torschützenkönig im Unterhaus. Zweimal führten seine Treffer seine jeweiligen Clubs am Ende zum Aufstieg: 2017 den VfB Stuttgart und 2019 den 1. FC Köln - und 2021 den HSV?

"Er ist nicht nur als Torschütze für uns wichtig", sagte Trainer Daniel Thioune, der wie sein Torjäger im Sommer neu zum HSV kam. "Mit Simon haben wir menschlich und sportlich einen Gewinn. Er zündet ein bisschen die Jungs an." Das gilt auch für Thioune - mit dem 46 Jahre alten Niedersachsen scheinen die Hamburger endlich den passenden Coach für die Mission Wiederaufstieg gefunden zu haben.

Groß schien der Verlust bei seinem bisherigen Arbeitgeber VfL Osnabrück zu sein, als Thioune zum HSV wechselte. Doch die Niedersachsen erwischten unter Nachfolger Marco Grote einen starken Saisonstart und drangen mit dem 2:1 am Samstag gegen den SV Sandhausen in die Spitzengruppe vorn. "Wir können stolz sein und zufrieden", sagte Verteidiger Timo Beermann.

Dabei trotzt der VfL auch größten Widerständen. Noch bis vor anderthalb Wochen war der Großteil des Teams in Quarantäne. Trotz der damit verbundenen Trainingspause holte Osnabrück aus den folgenden drei Spielen binnen sieben Tagen fünf Zähler und ist nach wie vor ungeschlagen. "Wir haben einen guten Teamgeist, haben gute Kicker, wir wissen, was wir zu tun haben. Die Kombination macht’s gerade", befand Beermann, der am Samstag zum 1:0 für Osnabrück traf.

Vor allem Holstein Kiel könnte schon früh in der Saison der große Rivale des HSV sein - wäre das Team von Trainer Ole Werner etwas konstanter. Dem unnötigen 1:3 am fünften Spieltag gegen Greuther Fürth folgte am Samstag mit dem 1:1 bei Erzgebirge Aue immerhin wieder ein hart erkämpftes Remis. Für Abwehrspieler Stefan Thesker war es gar "ein geiler Punkt". Denn die Störche spielten seit der 15. Minute nach einer frühen Roten Karte gegen Phil Neumann nur zu zehnt.

"Wie wir das verteidigt haben - das hat richtig Bock gemacht, weil die gewisse Qualität dabei war", sagte Thesker, der sich nun auf ein echtes Top-Duell freut. Denn das nächste Montagsspiel der 2. Liga ist ein Nordderby und natürlich ein Spitzenspiel. Am kommenden Spieltag kommt der HSV mit fünf Punkten Vorsprung zum Dritten Kiel.

Kempe in der Nachspielzeit

Unterdessen hat der SV Darmstadt 98 den Karlsruher SC mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison wieder in den Tabellenkeller geschickt. Die Hessen setzten sich am Sonntag in einer sehr abwechslungsreichen Partie mit 4:3 (2:1) durch und sind nun seit fünf Spielen ungeschlagen. Der KSC rutschte dagegen auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Zwei Tore von Philipp Hofmann (22. Minute, 81.) sowie ein Foulelfmeter von Marvin Wanitzek (44.) reichten dem KSC nicht zum Punktgewinn. Tobias Kempe mit einem Doppelpack (9., 90.+3/Foulelfmeter), Victor Palsson (65.) und vor allem Serdar Dursun (77.) sorgten für späte Begeisterung bei den Lilien.

In der Anfangsphase war Darmstadt das etwas bessere Team, doch nach dem frühen 0:1 durch einen glücklichen Kullerball des starken Kempe kämpfte sich der KSC mit enormem Einsatz in die Partie und erspielte sich eine Reihe hochkarätiger Chancen. Nach der Pause übernahm zunächst wieder Darmstadt das Kommando, doch Hofmann glich erneut aus. Dann war es Kempe, der die Partie mit einem umstrittenen Handelfmeter in der Nachspielzeit entschied.

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