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Frankfurt gegen Dortmund hieß es am 22. September beim 2:2-Unentschieden, wobei Eintrachts Dominik Kohr (l.) den Ball gegen Axel Witsel abschirmt. Heute Abend gibt es ein Wiedersehen im Signal-Iduna-Park. FOTO: DPA

SGE in Topform, BVB unter Druck

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Die Statistik spricht gegen die Eintracht. Die Form allerdings für Frankfurt. Wenn da nicht der gastgebende BVB extrem unter Druck stehen würde und im Freitagspiel der Bundesliga unter Siegzwang steht.

Das letzte Mal, dass Eintracht Frankfurt im meist stimmungsgeladenen Dortmunder Fußballtempel um Punkte gespielt und ein wenig unglücklich 1:3 verloren hatte, im September 2018 war das, trug Sebastian Rode noch das gelbe Dress. An jenem Tag trug er es allerdings nicht, er gehörte seinerzeit nicht zum Kader des BVB. Für den 29 Jahre alten Hessen ist es am heutigen Abend (20.30 Uhr/live Dazn) die erste Rückkehr nach Dortmund, dort, wo er zwischen 2016 und 2018 ganze 14-mal zum Einsatz kam. Die vielen Verletzungen hatten ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. In Frankfurt darf der "Seppl" deutlich häufiger an den Ball, 29 Spiele in der Liga absolvierte der defensive Mittelfeldwühler, dazu 19 Spiele in Europa League und Pokal. Das ist für den ewigen Zweikämpfer eine Menge, von Verletzungen war er dennoch nicht gefeit. Für ihn also bietet die Partie gegen die alten Kameraden einen ganz besonderen Reiz. Einfach, so viel steht fest, wird der Gang ins Westfalenstadion nicht. "Dort", sagte Adi Hütter bei seiner "ersten Pressekonferenz mit 50" launig, "hängen die Trauben noch ein bisschen höher."

Natürlich kam am Tag vor der Begegnung mit dem Dritten die Frage auf, ob der Zeitpunkt des Gastspiels von Eintracht Frankfurt ein günstiger sei oder nicht. In Dortmund ist nach zwei Niederlagen binnen einer knappen Woche ordentlich Druck auf dem Kessel. Die Mannschaft, die Hütter "als eine der besten der Bundesliga" umschrieb, ist in der Bringschuld, der Trainer Lucien Favre, mal wieder, in der Kritik - all das sind Voraussetzungen, die nicht gerade ideal sind für Eintracht Frankfurt. Oder? Adi Hütter hat da seine eigene Meinung: "Wir kommen aus ihrer Sicht auch nicht gerade perfekt", sagt der Coach, der sich als nachträgliches Präsent zu seinem 50. Geburtstag natürlich drei Punkte wünscht.

"Wir sind 2020 ungeschlagen, wir wollen unseren Lauf fortsetzen." Das ist leichter gesagt als getan: Borussia Dortmund ist, allem Krisengerede zum Trotz, weiterhin eine Hausnummer, die eigentlich zu groß ist für Eintracht Frankfurt. Schaut man allein auf die Statistik, kann einem angst und bange werden: Seit zehn Jahren hat die Eintracht keinen Sieg mehr beim BVB errungen. Und als ob der vom BVB bevorzugte "Hochgeschwindigkeitsfußball (Hütter) nicht genug wäre, haben die Westdeutschen mit der Verpflichtung von Erling Haaland "ihr Niveau noch einmal angehoben".

Personell hat Hütter die Qual der Wahl, bis auf die Langzeitverletzten sind alle Mann an Bord, also auch Stürmer Bas Dost, der die ganze Woche beschwerdefrei trainiert hat. Dennoch gibt es keinen Grund, André Silva aus der Startelf zu verbannen. Vermutlich wird die Eintracht über ein sehr kompaktes Mittelfeld versuchen, die flinken Dortmunder Schönspieler in ihrer Wirkung zu beschneiden. Dafür gibt es genügend Optionen, neben Rode noch Stefan Ilsanker, Djibril Sow, Dominik Kohr oder Makoto Hasebe.

Bei allem Selbstvertrauen, das sich Eintracht Frankfurt mit den vier Siegen und dem Remis in diesem Jahr erarbeitet hat, bleibt Trainer Hütter Realist. "Dortmund möchte eine Reaktion zeigen und muss gewinnen, wenn sie um die Meisterschaft spielen wollen. Wir werden einen überragenden Tag brauchen, um die Statistik der letzten zehn Jahre zu ändern."

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