Restart: Die NBA setzt ihre Saison in Orlando fort, mit dabei auch die Dallas Mavericks um den deutschen Nationalspieler Maxi Kleber. FOTO: DPA
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Restart: Die NBA setzt ihre Saison in Orlando fort, mit dabei auch die Dallas Mavericks um den deutschen Nationalspieler Maxi Kleber. FOTO: DPA

Titeljagd in der Blase

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Auch für die deutschen Basketball-Stars wie Dennis Schröder endet die lange Corona-Pause in der NBA. Bundestrainer Henrik Rödl erwartet einiges von seinen Jungs.

Nordamerikas Fangemeinde fiebert der Rückkehr ihrer geliebten NBA nach viereinhalb Monaten Corona-Auszeit entgegen - doch für Dennis Schröder ist das eigentliche Kerngeschäft derzeit nur Nebensache. "Ich kann es kaum erwarten", tat Deutschlands bester Basketballer zwar bei Instagram kund. Gemeint war aber die Niederkunft seiner Frau Eileen in rund zwei Wochen.

Wenn in der Nacht auf Freitag die beste Liga der Welt in Orlando ihren Spielbetrieb wieder aufnimmt, steht Schröder also "Babyfon bei Fuß". Für die Geburt seines zweiten Kindes wird der gebürtige Braunschweiger in Diensten von Oklahoma City Thunder die Quarantäne-Blase in Orlando definitiv verlassen.

"Das ist hart für mich. Ich liebe Basketball, aber die Familie kommt immer zuerst", sagte der 26-Jährige bei Spox. Doch auch bei Schröders temporärer Abwesenheit könnte das deutsche Nationalspieler-Quintett im zwangsverspäteten Finale der ersten Nach-Nowitzki-Saison eine durchaus gewichtige Rolle spielen.

"Unsere Jungs sehen gut aus, sind gesund. Wir texten uns immer wieder", sagte Bundestrainer Henrik Rödl: "Dennis hat bislang eine starke Saison gehabt, Daniel Theis und Maxi Kleber haben auch sehr gut gespielt, Moritz Wagner und Isaac Bonga dürfen in Washington endlich spielen. Sie hatten in der Spielpause die Möglichkeiten zu arbeiten und zu trainieren, das sieht man ihnen an."

Vor allem Schröder hatte bis zum Virus-Break geglänzt, kam zwar meist von der Bank, aber dennoch auf reichlich Spielzeit und im Schnitt 19 Punkte. "Er spielt den besten Basketball seiner Karriere", sagte Oklahomas General Manager Sam Presti. Zu den Favoriten auf den NBA-Titel gehört Thunder nicht, persönlich hat Schröder aber die Chance, als zweiter Deutscher nach Detlef Schrempf die Auszeichnung zum "Besten Sechsten Mann" zu erhalten.

Am weitesten in den Play-offs könnte es für Daniel Theis mit den Boston Celtics gehen. "Boston ist nicht Titelfavorit, und es ist schwer vorstellbar, dass keine Mannschaft aus dem Westen den Titel gewinnt. Aber man darf die besonderen Bedingungen nicht unterschätzen - und die Celtics sind eine super organisierte Mannschaft", sagte Rödl.

"Big Man" Theis jedenfalls sieht keinen Grund für Bescheidenheit: "Bei gleichen Bedingungen für alle haben wir das beste Team im Osten", sagte der Ex-Bamberger bei Spox: "Wir können in die Finals kommen. Und nur darum geht es hier."

Für Klebers Dallas Mavericks wird es zumindest zum ersten Mal seit 2016 wieder in die Playoffs gehen, für viel mehr ist das europäische Super-Duo Luka Doncic und Kristaps Porzingis noch nicht ganz reif. Der Aufenthalt der Washingtons Wizards in der Orlando-Bubble wird zwar wohl nicht lange dauern, Wagner und Bonga können als Stammkräfte aber weiter Erfahrung sammeln.

Die Favoriten sind andere, die LA-Teams Lakers um LeBron James und Clippers um Kawhi Leonard, die Milwaukee Bucks um Giannis Antekounmpo. Doch Papierform, weiß Rödl, ist unter den derzeit außergewöhnlichen Bedingungen beim langen Quarantäne-Turnier wenig wert. "Zwei bis vier Wochen wie bei der BBL sind aushaltbar, für drei Monate ist das aber hart - vor allem in einer Zeit, wo außerhalb der Blase soviel politisch stattfindet."

Gelungene Generalprobe

Die Generalprobe hat Schröder mit Oklahoma gewonnen. Beim 131:120 über die Portland Trail Blazers holte OKC den dritten Sieg im dritten Vorbereitungsspiel. Schröder spielte in Orlando 23:24 Minuten, verbuchte 14 Punkte sowie sieben Assists und traf fünf von neun Würfen aus dem Feld. Oklahoma trifft am Samstag zum Auftakt auf Utah Jazz (4.). Jedes Team absolviert acht Spiele, danach beginnen die Playoffs.

Die Dallas Mavericks um Kleber gewannen mit 118:115 nach Verlängerung gegen die Philadelphia 76ers. Für die Texaner war es der zweite Sieg im dritten Spiel. Kleber durfte 15:32 Minuten ran und traf lediglich zweimal von der Freiwurflinie. Doncic machte als Topscorer der Mavs 23 Punkte. Dallas startet gegen die Houston Rockets, die den Boston Celtics im letzten Test keine Chance ließen (137:112).

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