Frank Willenborg schickt Marcus Thuram vom Feld. FOTO: AFP
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Frank Willenborg schickt Marcus Thuram vom Feld. FOTO: AFP

Thuram nach Spuck-Eklat am Pranger

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(sid). Der Sünder gab sich reumütig. Wenige Stunden nach seiner widerwärtigen Spuck-attacke entschuldigte sich Marcus Thuram bei "Stefan Posch, meinen Gegenspielern, meinen Teamkollegen, meiner Familie und allen, die meine Reaktion gesehen haben". Es habe "etwas stattgefunden, was nicht in meinem Charakter liegt und nie wieder vorkommen darf", meinte Thuram und beteuerte: "Es war ein Versehen und nicht beabsichtigt."

Die Bilder sagten etwas völlig anderes aus. Kopf an Kopf stand Thuram mit Gegenspieler Posch, dann spuckte er ihm aus kürzester Distanz ins Gesicht. Diese Aktion war in Corona-Zeiten an Dummheit und Hinterhältigkeit kaum zu überbieten - und noch schlimmer als die Ergebniskrise von Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach nach dem 1:2 (1:0) gegen die TSG Hoffenheim.

Nach der Roten Karte nach Videobeweis (78.) droht dem französischen Nationalspieler eine lange Sperre. "Natürlich akzeptiere ich alle Konsequenzen meines Handelns", schrieb Thuram bei Instagram. "Er muss für sechs bis acht Wochen aus dem Verkehr gezogen werden", forderte Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann bei Sky.

Der Verein bat Thuram nach einem längeren Gespräch mit Sportdirektor Max Eberl am Sonntag zur Kasse. Der Stürmer muss ein Monatsgehalt zahlen, das einem sozialen Zweck zugutekommen wird. "Marcus ist am Boden zerstört", berichtete Eberl: "Er bleibt der Mensch, den wir kennen und wir lassen ihn nicht fallen." Thuram akzeptierte die Strafe und wird sich darüber hinaus für einen sozialen Zweck engagieren.

Gladbachs Trainer Marco Rose hatte sich unmittelbar nach Spielschluss für die "unrühmliche Szene auch im Namen des Vereins" entschuldigt. "Das gehört nicht auf den Fußballplatz", sagte Rose und ergänzte: "Er ist ein feiner Junge, sehr wohlerzogen. Ihm sind die Sicherungen durchgebrannt. Nur so kann ich es mir erklären." Thuram sorgte mit seinem Aussetzer nicht nur für einen Eklat, er leitete nach dem Ausgleich durch Andrej Kramaric (75.) auch die erste Heimniederlage der Gladbacher in dieser Spielzeit ein. Acht Minuten nach seinem Platzverweis gelang Ryan Sessegnon in Überzahl der Siegtreffer der Gäste (86.).

Das Spiel passte zum bisherigen Verlauf der Gladbacher Hinrunde. Wieder lag der Champions-League-Achtelfinalist durch Kapitän Lars Stindl (34., Foulelfmeter) vorne, wieder brachte die Borussia das Ergebnis nicht über die Zeit.

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