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Teilweise Gänsehaut-Atmosphäre

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Fußball-Atmosphäre - die Stuttgarter Fans feiern den Sieg gegen Fürth. © Imago Sportfotodienst GmbH

(sid). Der Corona-«Dornröschenschlaf« ist vorbei, die Bundesliga-Stadien sind förmlich wieder zum Leben erweckt worden: Erstmals seit fast eineinhalb Jahren waren wieder nennenswerte Zuschauerzahlen in den Erstliga-Spielstätten zugelassen. Das sorgte bei allen Beteiligten für große Freude und Begeisterung - es herrschte teilweise Gänsehaut-Atmosphäre.

»Die Spieler haben sich wie kleine Kinder auf Weihnachten gefreut, so richtig aufrichtig«, sagte Arminia Bielefelds Trainer Frank Kramer nach dem 0:0 gegen den SC Freiburg: »Die Fans waren überragend.« Ähnlich sah es sein Gegenüber und Trainerkollege Christian Streich. »Es war wieder anders für mich persönlich. Ich bin gottfroh, dass wieder Zuschauer da sind«, sagte Freiburgs Coach: »Es war toll, aber auch wieder etwas aufregender.«

Mit 13 750 Zuschauern war die Bielefelder Alm unter den aktuellen Bestimmungen ausverkauft. Offiziell waren zwar nur Heimfans zugelassen, wie in sechs der neun Stadien zum Bundesligaauftakt, dennoch saßen vereinzelt auch Freiburger Anhänger auf den Tribünen.

Die Stimmung in Bielefeld war wie in den anderen Arenen durchweg positiv. Auch wenn die Stadien aktuell nur zu einem gewissen Teil gefüllt sein dürfen, sorgten die anwesenden Fans schon sehr ordentlich für die lange so sehnlich vermisste Fußballatmosphäre.

Auch in Dortmund, wo im Signal Iduna Park mit 25 000 Plätzen die meisten in der Bundesliga wieder besetzt werden durften, überwog die Freude über die Zuschauer-Rückkehr. »Ich hatte eine riesige Gänsehaut, als wir zum Warmmachen rausgekommen sind. Es waren nur 25 000, aber es hat sich voller angefühlt«, sagte Borussia Dortmunds Kapitän Marco Reus nach dem spektakulären 5:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt bei Sky. Für Dortmunds neuen Trainer Marco Rose hatten die Fans auch ihren Anteil am hohen Sieg. »Es war eine Menge Energie im Stadion auf dem Platz, die die Jungs dann auch in der ersten Halbzeit gut genutzt haben«, sagte Rose.

Allerdings gab es auch wieder unschöne Momente. So wurden Bayer Leverkusens Nadiem Amiri und Jonathan Tah von den 11 006 Zuschauer in der Alten Försterei bei jeder Ballberührung von den Fans ausgepfiffen. Hintergrund war ein angeblicher Rassismus-Vorfall beim letzten Aufeinandertreffen beider Klubs im Januar.

Zwar wurde Union Berlins Stadion seinem Ruf als »Hexenkessel« auch ohne Vollauslastung gerecht, doch solche Aktionen und ein zumindest fragwürdiges Banner der Fans sorgten dennoch für Irritationen.

Nichtsdestotrotz überwogen sowohl bei Klubverantwortlichen als auch bei Spielern die positiven Aspekte. »Ich freue mich, dass unsere Fans zurück im Stadion sind. Ich habe lange auf diese Atmosphäre gewartet«, sagte Stuttgarts Wataru Endo.

Für Bielefelds Kapitän Fabian Klos seien Fans »elementar für den Fußball. Sie sind das, was für mich persönlich - und die meisten anderen Spieler - den Fußball ausmacht«, sagte Klos bei Sky. Bleibt also nur zu hoffen, dass die Stadien auch im weiteren Saisonverlauf für die Fans offen bleiben können.

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