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»Teamplayer« und »Arbeiter«

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Neu-Trainer Frank Kramer gibt nun auf Schalke die sportliche Richtung vor. FOTO: IMAGO © Imago Sportfotodienst GmbH

Frank Kramer soll mit Schalke den Klassenverbleib in der Bundesliga schaffen. Der 50-Jährige tritt in Gelsenkirchen in die großen Fußstapfen einer Vereinsikone. Mit seinem Vorgänger soll er eng zusammenarbeiten. Ein Problem sieht er darin nicht.

Seinen Start beim FC Schalke 04 nutzte Frank Kramer für eine knappe und zum Malocher-Verein passende Selbstbeschreibung. »Ich bin ein Arbeiter«, sagte der neue Trainer des Revierclubs bei seiner offiziellen Vorstellung am Dienstag. Als ehrlichen und zugänglichen Mensch bezeichnete er sich, als jemanden, »der die Ärmel hochkrempelt«. Mit Zuversicht und Demut will der 50-Jährige die Mission Klassenverbleib beim Bundesliga-Aufsteiger angehen.

»Ich bin super glücklich, hier zu sein. Schalke ist einer der größten Vereine in Deutschland. Ich freue mich auf die Atmosphäre in der Veltins-Arena. Wenn man daran denkt, bekommt man Gänsehaut«, sagte Kramer in den Katakomben des Schalker Fußball-Tempels. Rund 45 Minuten sprachen er, Sportdirektor Rouven Schröder und Vorstandsmitglied Peter Knäbel über ihre Ziele und Erwartungen. Die Worte »Gemeinschaft« und »Team« verwendeten sie immer wieder.

Kramer erhält als Nachfolger von Interimscoach und Aufstiegstrainer Mike Büskens einen Vertrag bis 2024. »Frank ist ein absoluter Teamplayer. Jemand, der Menschen führen kann und gerne Experten um sich schart, um die bestmögliche Lösung für die Mannschaft zu finden. Und gleichzeitig ist er jederzeit bereit, voranzugehen und Verantwortung zu übernehmen - eine in unseren Augen erfolgsorientierte Kombination«, sagte Schröder. Der 46-Jährige kennt Kramer aus gemeinsamen Zeiten bei der SpVgg Greuther Fürth. »Ich bin froh, Frank, dass du da bist«, sagte der Sportdirektor.

Auf die am Dienstag wieder betonte Fähigkeit von Kramer als Mannschaftsspieler wird es auf Schalke besonders ankommen. Anders als bei vielen Trainerwechseln mittlerweile üblich, bringt er nicht sein komplettes eigenes Team mit. Er wird unter anderem mit Büskens zusammenarbeiten, der freiwillig zurück ins zweite Glied tritt.

Am Erfolg seines Vorgängers muss sich Kramer messen lassen. Büskens schaffte nicht nur als Coach den Aufstieg, sondern war als Spieler auch Teil der Eurofighter-Mannschaft, die 1997 den UEFA-Pokal gegen Inter Mailand gewann. Der 54-Jährige gilt als Schalker durch und durch. Entsprechend beliebt ist er rund um den Rudi-Assauer-Platz. Ein Problem sieht Kramer darin nach eigenen Angaben nicht. »Im Gegenteil: Ich bin total froh, den Mike an meiner Seite zu haben«, sagte er. »Ich bin ein Teamplayer, Mike ist ein totaler Teamplayer. Da passt kein Blatt dazwischen.« Seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den alten Schalker Recken, zu denen auch Gerald Asamoah gehört, ist einer der großen Pluspunkte für Kramer.

Der gebürtige Memminger war erst am 20. April beim späteren Absteiger Arminia Bielefeld freigestellt worden. Knäbel gab die Zielrichtung für seine Zeit beim neuen Arbeitgeber vor: »Wir haben uns zunächst personenunabhängig und grundsätzlich die Frage gestellt, welches Profil ein neuer Trainer mitbringen sollte, um erfolgreich Fußball mit Schalke 04 zu spielen. Und Erfolg bedeutet in unserer aktuellen Situation der Klassenerhalt 2022/2023 - nur darum wird es gehen.«

Vor seiner Zeit bei der Arminia war Kramer unter anderem bei Fortuna Düsseldorf, der TSG Hoffenheim und in Fürth beschäftigt. Der Lehrer für Sport und Englisch gilt taktisch als Freund einer stabilen Viererkette in der Abwehr und Verfechter eines laufintensiven Spiels. »Wir wollen Fußball spielen, der zum FC Schalke passt. Wir wollen leidenschaftlich spielen und mutig sein«, sagte er. »Mit dieser Leidenschaft und mit brennenden Herzen hoffe ich, dass die Fans nach Hause gehen und denken: Das ist unser Schalke 04.«

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