Talente rücken in den Fokus

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(sid). Noch ist Europas Rekordnationalspieler Sergio Ramos der unumstrittene Boss. Aber der 34-Jährige von Real Madrid steht in der spanischen Nationalmannschaft nach nunmehr 177 Einsätzen in erster Linie für Vergangenheit und Gegenwart. Mittelfristig wird Käpt’n Ramos’ jungen wilden Fußball-Piraten die Zukunft gehören.

Und es wird bereits einsamer auf dem Spielfeld um den 34 Jahre alten Abwehrchef. Auch weil Mittelfeldrackerer Sergio Busquets (32/FC Barcelona), wie Ramos Weltmeister von 2010, heute (20.45 Uhr/ARD) in Sevilla in der Nations League gegen die deutsche Nationalmannschaft wegen einer Außenbandverletzung im linken Knie fehlen wird. Andere Routiniers wie Mittelfeldspieler Koke (Atletico Madrid) und Stürmer Alvaro Morata (Juventus Turin) standen beim 1:1 der Spanier gegen die Schweiz schon gar nicht mehr in der Startformation.

Angesichts einer Fülle von Talenten hat es Nationaltrainer Luis Enrique auch überhaupt nicht nötig, krampfhaft an den etablierten Spielern festzuhalten. "Ich habe kein Problem, den Jungen zu vertrauen. Ich schaue nicht auf das Alter, ich will auch niemandem gefallen", sagte der Coach, der selbst im Alter von 20 Jahren sein erstes von insgesamt 62 Länderspielen für die Furia Roja bestritt.

Mit Wohlwollen kann der 50-Jährige beobachten, wie sich in seinem Team eine von Ausnahmetalenten geprägte neue Achse herausbildet. Neben Ramos stand gegen die Eidgenossen Pau Torres (23/FC Villarreal) in der Innenverteidigung, im Mittelfeld überzeugte der erst 20 Jahre alte Ferran Torres von Manchester City. Adama Traore (Wolverhampton) ist in der Sturmspitze eine ernsthafte Alternative.

Regelmäßige Einsatzzeiten erhält auch Dani Olmo von RB Leipzig. "Er gefällt mir richtig gut", sagte Enrique über den 22-Jährigen, der im vergangenen Jahr mit Spanien U21-Europameister wurde. Auch Ramos erkennt die positive Entwicklung seiner zahlreichen neuen Teamkollegen an: "Viele sind noch sehr jung, haben aber trotzdem schon eine Menge Erfahrung."

Die vielleicht größte Begabung des spanischen Fußballs ist aktuell außer Gefecht. Ansu Fati erholt sich noch von einer Meniskusoperation, erst am 6. September hatte das Juwel des FC Barcelona Fußballgeschichte geschrieben: Im Alter von 17 Jahren und exakt 311 Tagen avancierte Fati zum jüngsten Nationalmannschafts-Torschützen Spaniens.

Doch für Schlagzeilen sorgen weiter auch die Routiniers. Nach seinen zwei verschossenen Elfmetern gegen die Eidgenossen sorgt Ramos auch am Montag für Wirbel. Nachdem in Spanien Spekualationen aufgekommen sind, dass Frankreichs Topclub Paris Saint-Germain den 34-Jährigen von Real Madrid im Sommer verpflichten will, verzichtet der Abwehrchef der Spanier auf die Teilnahme an der obligatorischen Pressekonferenz. Spielen wird er heute allerdings.

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