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Der Mainzer Trainer Bo Svensson und Kölns Coach Steffen Baumgart fetzen sich am Spielfeldrand.

Svensson brodelt und kocht

(sid). Innerlich kochte Bo Svensson auch nach dem heftigen Zoff an der Seitenlinie noch. Und so platzte lange nach Spielende die ganze Wut aus dem sonst so besonnenen Dänen heraus. »Ich brauche mich mit niemanden vertragen, der mich persönlich beleidigt«, schimpfte der Trainer des FSV Mainz 05 am DAZN-Mikrofon. Er könne ja »viel einstecken. Mit so was wird allerdings die Grenze überschritten«.

Doch was war passiert? Der Grund für seinen emotionalen Ausbruch war allen voran Kevin McKenna. Der Co-Trainer des 1. FC Köln habe ihn »beleidigt in der Halbzeit, deshalb ist es so eskaliert, weil ich noch nicht ganz beruhigt war. Es war wegen dieser Sache in der Halbzeit«, erläuterte der Mainzer Coach nach dem 1:1 (1:0) gegen den FC. Nach Versöhnung war Svensson überhaupt nicht zumute.

Auslöser des Streits war das harte Einsteigen von FSV-Abwehrchef Stefan Bell gegen Kölns Torjäger Anthony Modeste kurz vor der Pause. »Sie haben kollektiv Rot gegen Stefan Bell gefordert und darauf habe ich ihn angesprochen und er hat mich beleidigt«, sagte Svensson. Welche Worte genau gefallen waren, wollte der 42-Jährige nicht offenlegen.

Der aufgestaute Frust entlud sich nach einem harmlosen Duell im Mainzer Strafraum in der zweiten Halbzeit. Erst diskutierte Svensson mit Kölns Trainer Steffen Baumgart, dann schalteten sich die beiden Co-Trainer ein - vor allem McKenna, der sich ein heftiges Wortgefecht mit Svensson lieferte. Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte beiden Streithähnen die Gelbe Karte, der Mainzer Coach verweigerte sogar den Handschlag.

»Wir haben uns nett unterhalten. Emotionen gehören dazu, es ging für beide Mannschaften um viel«, sagte Baumgart, der nach dem Abpfiff um Schlichtung bemüht war. Er habe seinen Assistenten gefragt, versicherte der FC-Coach, und der habe gesagt, »er hat nix gesagt. Ich glaube, dass wir runterfahren müssen«. Es sei von beiden Seiten »ein sehr emotional geführtes Spiel - auch von den Trainerbänken«.

Auf dem Feld lieferten sich Mainz und Köln ein ähnlich intensives Duell - der Punkt half allerdings keinem so richtig weiter. »Ich habe kaum einen Spieler in meiner Mannschaft gesehen, der Normalform gezeigt hat«, meckerte der unzufriedene Svensson, dessen Team durch Jonathan Burkardt (41.) in Führung gegangen war.

Die Kölner durften mit ihrer Leistung zufrieden sein, mit der Chancenverwertung allerdings keinesfalls - Salih Özcan (47. Minute) rettete ein Unentschieden. »Wir schaffen es im Moment nicht«, haderte Baumgart, »solche Spiele auch einmal für uns über die Ziellinie zu bringen.«

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