DEB sucht neues "Aushängeschild"

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Christian Ehrhoff? Harold Kreis? Oder Ralph Krueger? Der scheidende Bundestrainer Marco Sturm saß auf dem Podium und sprach vor seinem letzten Turnier mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft ein wenig wehmütig über eine "wundervolle Zeit" – die meisten Fragen drehten sich jedoch um seinen möglichen Nachfolger.

Christian Ehrhoff? Harold Kreis? Oder Ralph Krueger? Der scheidende Bundestrainer Marco Sturm saß auf dem Podium und sprach vor seinem letzten Turnier mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft ein wenig wehmütig über eine "wundervolle Zeit" – die meisten Fragen drehten sich jedoch um seinen möglichen Nachfolger.

"Es gibt viele Namen", sagte DEB-Präsident Franz Reindl bei der Pressekonferenz vor dem Auftaktspiel beim Deutschland-Cup in Krefeld am Donnerstag (19 Uhr/Sport1 und Telekom Sport) gegen Russland: "Wir brauchen ein Gesicht, ein Aushängeschild."

Mit dem plötzlichen Abschied seines Erfolgstrainers, der am Montag nach Kalifornien zum NHL-Klub Los Angeles Kings fliegt, ist der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) in die Bredouille geraten. Während am Wochenende der Olympia-Silberschmied Sturm ein letztes Mal für die DEB-Auswahl an der Bande steht, läuft hinter den Kulissen die Suche nach dem Nachfolger.

In Absprache mit der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) soll schnell sondiert und eine Kandidatenliste erstellt werden. Zwei Varianten sind möglich: Wie Sturm, der die Nationalmannschaft im Februar sensationell ins Olympia-Finale führte, übernimmt ein starker Mann die komplette Verantwortung. Wie beispielsweise der frühere Nationalspieler und langjährige Schweizer Cheftrainer Ralph Krueger (59), derzeit Vorstandsboss beim englischen Fußball-Erstligisten FC Southampton, mit dem wohl schon Kontakt aufgenommen wurde. Geld spiele dabei "momentan die geringste Rolle", meinte Reindl augenzwinkernd: "Dann müssen wir eben das Büffet ein bisschen kleiner machen."

Oder ein Aushängeschild wie der Olympia-Fahnenträger Ehrhoff (36), der beim Auftaktspiel am Donnerstag das Eröffnungsbully vornimmt, steuert als "General Manager" die Geschicke der Nationalmannschaft, während ein DEL-Trainer wie der Düsseldorfer Kreis (59) oder der Mannheimer Pavel Gross (50) die Kommandos an der Bande gibt. "Wir brauchen jemanden, der Charisma hat", sagte Reindl. "Inhalt geht vor Person", betonte DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel.

Ab Dienstag in Los Angeles

Mit all dem hat Sturm nichts mehr zu tun. Der deutsche NHL-Rekordspieler, der in drei Jahren die Nationalmannschaft wieder in die erweiterte Weltspitze und zum Sensationserfolg in Pyeongchang führte, will das Wochenende "mit den Jungs genießen", denn: "Die Zeit war wunderschön, wir haben Wundervolles erreicht." Wehmut schwingt mit: "Wir sind zusammengewachsen als Familie. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen."

Die große Chance, sich den Traum von der zweiten NHL-Karriere zu erfüllen, will sich der 40-Jährige aber nicht entgehen lassen. Bei den Los Angeles Kings steht Sturm am kommenden Dienstag erstmals als Co-Trainer an der Bande, mit seinem Vertrag bis 2021 gilt er als Chefcoach der Zukunft. Seine Familie, die ihm 2017 aus der Wahlheimat Florida zurück nach Bayern folgte, wird erst zu Weihnachten nachreisen. (Foto: dpa)

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