Bastian Schweinsteiger und seine Frau Ana Ivanovic sensibilieren in der Coronavirus-Krise: "Passt auf euch auf, bleibt gesund!" FOTO: DPA
+
Bastian Schweinsteiger und seine Frau Ana Ivanovic sensibilieren in der Coronavirus-Krise: "Passt auf euch auf, bleibt gesund!" FOTO: DPA

Die Stunde der Sport-Influencer

  • vonRedaktion
    schließen

Bastian Schweinsteiger ging es nicht gut. Sein Knie hatte sich entzündet, zum ersten Mal in seiner Karriere hatte der Mittelfeldspieler des FC Bayern, der ein gesundheitliches Problem. Die Ärzte fanden dann aber die Ursache: Alles die Folge eines Zeckenbisses. Sie warnten: Das solle man nicht unterschätzen, es könne daraus eine Borreliose entstehen, eine Gehirnhautentzündung, eine gefährliche Krankheit.

Die Bayerische Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen, deren Aufforderungen, sich zu schützen, jahrelang verhallt waren, verzeichnete daraufhin einen Ansturm auf Arztpraxen in Sachen Borreliose-Impfung. Deren Zahl versechsfachte sich. Der Münchner Mediziner Nikolaus Frühwein, aktiv in der Gesellschaft für Impfwesen, glaubte an einen Schweinsteiger-Effekt: "Das ist viel mehr Werbung für eine Impfung, als wir machen könnten."

Die Geschichte stammt aus 2007. Nachrichten verbreiteten sich damals noch weitaus langsamer. Trotzdem kann man sagen: Bastian Schweinsteiger war vor 13 Jahren bereits ein Influencer. Der Impfstoff wäre wahrscheinlich noch schneller ausgegangen, wenn er über Facebook, Instagram und Twitter seine Fans aufgerufen hätte, sich gegen Borreliose zu wappnen.

Nun ist die Stunde, in der der gute Einfluss der Sportheroen gefragt ist. Es geht darum, die von der Notwendigkeit der konsequenten Hygiene und des Abstandhaltens zu überzeugen, die noch immer so tun, als habe sich in den vergangenen Wochen im Leben nichts geändert.

Nur einer übertrieb es: Gianni Infantino, der Präsident der FIFA. Er ließ über den Fußball-Weltverband eine 1:22 Minuten lange Anleitung zum Händewaschen mit sich am heimischen Waschbecken verschicken - was eher zur Belustigung der Netzwelt führte: Wie eine Hand die andere wäscht, dafür habe die FIFA ausreichend Expertise. Günter Klein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare