Der Goldadler für den Sieg bei der Vierschanzentournee geht an den Polen Kamil Stoch. FOTO: DPA
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Der Goldadler für den Sieg bei der Vierschanzentournee geht an den Polen Kamil Stoch. FOTO: DPA

Stoch bleibt eiskalt

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Im Showdown der "Geister-Tournee" belohnt sich Karl Geiger mit einem Happy End und Platz zwei. Der Pole Kamil Stoch holt nach der Blitz- Quarantäne seinen dritten Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee.

Karl Geiger klatschte nach seinem Happy End anerkennend Beifall für Kamil Stoch, als der polnische Volksheld seinen dritten Tourneesieg auf den Schultern seiner Kollegen ausgelassen feierte. Während Geiger beim Showdown in Bischofshofen mit der Aufholjagd auf den zweiten Platz ein mehr als versöhnlicher Abschluss gelang, durfte Tagessieger "König Kamil" nach 2017 und 2018 erneut über den Goldadler jubeln.

Geiger war nach dem Dreikönigstag an der Paul-Außerleitner-Schanze erleichtert. Der Abschluss sei "gelungen, definitiv gelungen", sagte der Skiflug-Weltmeister zufrieden: "Ich bin megaglücklich und echt froh, dass ich das hinbekommen habe." Mit Sprüngen auf 138,0 und 133,5 m überflügelte Geiger als Tagesdritter mit einer Gesamtpunktzahl von 1062,5 seine Konkurrenten um Titelverteidiger Dawid Kubacki (1057,8) und den Norweger Halvor Egner Granerud (1057,4). "Ich bin überglücklich", sagte Geiger, der Stoch gratulierte: "Das war wahnsinnig gemacht."

Auch Bundestrainer Stefan Horngacher zog ein positives Fazit. "Karl ist mental unglaublich stark und super gesprungen", betonte der Österreicher: "Am Ende ein toller zweiter Platz." Stoch sei in dieser Form einfach unschlagbar gewesen.

Der dreimalige Olympiasieger Stoch blieb auch in Bischofshofen eiskalt und siegte mit Flügen auf 139,0 und 140,0 m überlegen vor dem Norweger Marius Lindvik. Die Tournee gewann der 33-Jährige mit einem riesigen Vorsprung von 48,1 Punkten (1110,6). Erneut Tourneesieger, "das klingt großartig, ich bin wirklich glücklich", sagte Stoch: "Es ist emotional, weil wir alle unter großem Stress standen. Heute werden wir feiern." Auch Sportdirektor Adam Malysz war entzückt. "Wooow, mir fehlen die Worte", schrieb die polnische Skisprung-Legende in den sozialen Medien.

Stoch gelang das Kunststück, aus der Quarantäne zum Dreifach-Triumph zu springen. Denn eigentlich war die Tournee für das gesamte polnische Team schon vor dem ersten Springen in Oberstdorf verloren. Nach dem positiven Corona-Test bei Klemens Muranka mussten Stoch und seine Kollegen in Quarantäne und wurden vom Auftaktspringen ausgeschlossen. Das skisprungverrückte Land war empört, nach mehreren negativen Tests und Einwirken der Politik klappte es doch noch mit der Starterlaubnis. Das Corona-Chaos ließ Stoch kalt, beflügelte ihn gar. Mit seinem ersten Saisonsieg in Innsbruck übernahm er die Gesamtführung und ließ in Bischofshofen nichts mehr anbrennen.

Eine bittere Enttäuschung erlebte indes Markus Eisenbichler, der nach einem Sprung auf nur 120,5 m gar den zweiten Durchgang verpasste. "Es ist bitter. Ich habe so was aber schon oft erlebt, da rege ich mich nicht mehr auf", sagte der Bayer nach einer verpatzten Tournee mit Gesamtrang 16. Horngacher spendete direkt Trost, "mir ist es lieber, dass er Vollgas gibt und es in die Hose geht, als dass er lauwarm über die Schanze fährt", sagte er. Die DSV-Adler reisen nun direkt weiter zum Weltcup nach Titisee-Neustadt am Wochenende.

Für die deutschen Skispringer heißt es außerdem: Weiter warten auf den ersten Tourneesieg seit Sven Hannawald vor 19 Jahren.

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