Vor fast genau einem Jahr wird Arnd Peiffer vor vollen Zuschauerrängen Zweiter beim Massenstart. Diesmal absolvieren die Biathleten erstmals Geisterrenen in Oberhof. ARCHIVFOTO: DPA
+
Vor fast genau einem Jahr wird Arnd Peiffer vor vollen Zuschauerrängen Zweiter beim Massenstart. Diesmal absolvieren die Biathleten erstmals Geisterrenen in Oberhof. ARCHIVFOTO: DPA

Stille statt Biathlon-Party

  • vonDPA
    schließen

(dpa). Gespenstische Stille statt Zehntausender johlender Fans, eine "abgeriegelte" Stadt und strenge Hygienevorschriften: Die Biathlon-Party im Thüringer Wintersport-Mekka Oberhof fällt im Jahr 2021 aus. Stehen am legendären Birxsteig sonst die Fans in Fünferreihen und ziehen angeblich schon mal Windeln an, um in den vielen Stunden an der Strecke ja nicht ihre Lieblinge wie Arnd Peiffer und Denise Herrmann zu verpassen, feuern nun an der Loipe nur die Trainer und Betreuer die Skijäger an. "Die fehlenden Fans sind schon ärgerlich. Das ist eigentlich das Schönste an Oberhof", sagte Benedikt Doll (30) zu den ersten Geisterrennen am Grenzadler.

Damit ab Freitag mit den beiden Auftakt-Sprintrennen (11.30 und 14.15 Uhr/ZDF und Eurosport) nicht doch noch Fans an die Arena kommen, wird die Polizei die Zufahrt zur Stadt regulieren. Zudem werden diesmal in dem, anders als in den Jahren zuvor, verschneiten Wintersportort ab Freitag alle öffentlichen Parkplätze für Tagestouristen gesperrt. Zudem wurden verstärkte Polizeikontrollen angekündigt. Die Zufahrt zum Stadion ist wie immer abgeriegelt. In den vergangenen Tagen waren wie an anderen Ausflugszielen in Deutschland bis zu 10 000 Menschen nach Oberhof gekommen und hatten für ein Parkchaos gesorgt.

Im Vorjahr schnitten die Deutschen mit Podestplätzen durch Arnd Peiffer, Denise Herrmann, dem diesmal nicht berücksichtigten Johannes Kühn und der Männer-Staffel sehr gut ab. Vor allem Peiffer (33) ist nach seinem Massenstartsieg zum Jahresende in Hochfilzen hoch motiviert, weiß aber, "dass ich mir alles neu erkämpfen muss.."

Sportlich sind die Augen vor allem auf Ex-Weltmeister Simon Schempp gerichtet. Der 32-Jährige gibt seinen Saisoneinstand, nachdem er in den internen Ausscheidungsrennen gegen Erik Lesser den Kürzeren gezogen hatte und erstmals seit 2011 nicht im Weltcupteam war. "Wunderdinge sind nicht zu erwarten. Aber ich denke schon, dass ich ordentliche Ergebnisse einfahren kann", sagte der Uhinger.

Für die Organisatoren wird die Ausrichtung der beiden Weltcups in Oberhof - der kommende Woche in Ruhpolding wurde wegen der Minimierung der Reisetätigkeit nach Thüringen verlegt - derweil ein Minusgeschäft. Dennoch war eine Absage keine Option.

Fehlbetrag unter einer Million Euro

"Man kann immer Nein sagen, aber das wäre ein ganz schlechtes Signal an alle möglichen Seiten gewesen. Zum Beispiel an die Spitzenverbände, die von uns erwartet haben, dass wir das machen. Zwar gab es keine direkte Aufforderung, aber bei den Gesprächen war deutlich der Wunsch spürbar", sagte der Thüringer Finanzstaatssekretär Hartmut Schubert.

Laut Schubert liege der Fehlbetrag nach jetziger Planung "unter einer Million Euro. Es wird nicht so sein, dass wir Gewinne erzielen oder mit einer schwarzen Null nach dem Winter rauskommen", sagte der SPD-Politiker. Man habe Corona-Hilfen beantragt und auch der Biathlon-Weltverband zahlt rund 500 000 Euro Unterstützungsgeld. Zudem müsse man die WM 2023 in Oberhof im Hinterkopf haben. "Wichtig ist der langfristige Blick auf das Projekt."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare