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Marathon-Läuferin Katharina Steinruck auf dem Weg zum Olympia-Ticket.

Steinrucks schnellster Lauf

  • VonDPA
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(dpa). Das Siegerpodest konnte Katharina Steinruck mit ihren müden Beinen nur mit Mühe bis auf die höchste Stufe erklimmen. Auf dem Flughafen im niederländischen Enschede erlebte die 31 Jahre alte Frankfurterin am Sonntag mit dem Gewinn des Marathons einen Höhenflug: Mit 2:25:59 Stunden blieb sie im schnellsten Rennen ihrer Karriere erstmals unter 2:

26 Stunden, verbesserte ihre persönliche Bestzeit um 87 Sekunden und dürfte das Olympia-Ticket so gut wie sicher gebucht haben.

»Es ist großartig, ich bin glücklich«, sagte Steinruck freudestrahlend - aber total abgekämpft. »Auf den letzten sechs Kilometern habe ich schwere Beine gehabt, fühlte mich total fertig und habe mir immer wieder gesagt: Lauf, lauf, lauf!« Angetrieben wurde sie von ihren deutschen Pacemakern Simon Stützel und Steffen Uliczka: »Sie haben mich ins Ziel geschrien.«

Weltrekordler Eliud Kipchoge war auf dem Rollfeld-Rundkurs nach zeitversetzten Männer- und Frauenstarts schon früher an ihr vorbeigezogen. »Als er uns überholt hat, habe ich gedacht: Der Typ rennt so leicht, wie macht er das bloß«, berichtete Steinruck. Für den 36-jährigen Kenianer war es nur »ein Fitness-Test« auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio - den er in der Weltjahresbestzeit von 2:04:30 Stunden locker bestand. Kipchoge sagte: »Mission erfüllt.«

Der einzige deutsche Läufer, Tom Gröschel, lief zwar eine persönliche Bestzeit von 2:12:45 Stunden und belegte Platz 18, verpasste aber die Olympia-Norm von 2:11:30. Für Olympia bleiben deshalb Amanal Petros (Wattenscheid), Richard Ringer (Rehlingen) und Hendrik Pfeiffer (Wattenscheid/2:10:18) qualifiziert. Arne Gabius (40) aus Stuttgart hatte nach dem Ausstieg in Siena das Olympia-Vorhaben aufgegeben.

Nachdem »Kata« Steinruck im vergangenen Jahr frustriert war, weil wegen der Corona-Krise drei Vorbereitungen für dann abgesagte Marathons vergebens waren, blickt sie nun nicht nur ihrem ersten Olympia-Start entgegen. Mit der Bestzeit von 2:25:59 Stunden ist sie auch ihrer Mutter und Trainerin Katrin Dörre-Heinig auf der Spur, die seit 22 Jahren mit 2:24:35 Stunden die drittbeste deutsche Marathonzeit hält.

Überflügelt wurde Dörre-Heinig bereits von Melat Kejeta. Die gebürtige Äthiopierin aus Kassel wird als Nummer eins mit ihren 2:23:57 Stunden von Berlin 2019 das Olympia-Trio anführen. Nicht zu den drei Tokio-Starterinnen gehört Rabea Schöneborn, die hinter der Zweitplatzierten Sara Moreira (Portugal/2:26:42) mit der persönlichen Bestzeit von 2:27:03 auf Platz drei kam. Damit konnte die Berlinerin ihre Zwillingsschwester Deborah, die 2:26:55 Stunden vorgelegt hatte, nicht mehr verdrängen. Dies gelang auch Laura Hottenrott aus Kassel als Vierte in 2:28:02 Stunden nicht.

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