Start frei in den Milliarden-Poker

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(dpa). Der Milliarden-Poker hat begonnen. Die Deutsche Fußball Liga hat am Montag den ersten formalen Schritt beim Verkauf der Medienrechte vollzogen: Die Ausschreibung ist angekündigt und die Registrierungsphase gestartet. Vor allem für Sky, seit Jahren der wichtigste Partner und Finanzier der Liga, beginnt jetzt die heiße Phase.

In der Liga dürfte sich mancher schon vor ein paar Wochen die Hände gerieben haben, als Sky beim Poker um die TV-Rechte der Champions League gescheitert war. Denn durch das überraschende Königsklassen-Aus des einstigen Pay-TV-Monopolisten ist eine neue, eine sehr lukrative Position für die Bundesliga entstanden. "Sky muss jetzt handeln", sagte dazu der Rechte-Experte Kay Dammholz, früher selbst bei der DFL beschäftigt.

Ähnlich sieht es Karl-Heinz Rummenigge. "Bei der Champions-League-Ausschreibung ist etwas passiert, womit keiner gerechnet hat, dass Sky völlig leer ausgeht", sagte der Bayern-Boss kürzlich beim Kongress Spobis und fügte an: "Jetzt stehen sie nackt da."

Nicht nur Rummenigge folgerte daraus für den nun startenden Vergabeprozess: "Das setzt sie dramatisch unter Druck." Die Fußball-Übertragungen sind gewissermaßen die Keimzelle des Bezahlsenders, der vor 29 Jahren unter dem Namen Premiere das erste Spiel live im Pay-TV übertragen hat. Die derzeit 572 Partien der 1. und 2. Bundesliga pro Saison und die Konferenzen gelten als Kern des Unternehmens und wichtigstes Verkaufsargument für die Abonnements.

Wäre das Unternehmen ohne Bundesliga-Rechte überlebensfähig? Branchen-Experten bezweifeln das und meinen, es gehe für Sky jetzt um alles oder nichts.

Wirtschaftlich ist es ohnehin schwierig. Seit seiner Gründung hat das Unternehmen nahezu durchgängig Verluste geschrieben. Lucas von Cranach, Geschäftsführer der Plattform "Onefootball", ist der Meinung, dass in Deutschland "die Rechtehalter nicht profitabel" arbeiten.

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