Beim WM-Saisonabschluss in Portugal drehen die Motorrad-Asse noch einmal richtig auf. FOTO: DPA
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Beim WM-Saisonabschluss in Portugal drehen die Motorrad-Asse noch einmal richtig auf. FOTO: DPA

Starkes Saisonfinish von Bradl

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(sid). Stefan Bradl lächelte leicht gequält in die Kamera und pustete tief durch. "Ich bin erleichtert, aber wie", sagte der MotoGP-Pilot nach dem starken Finish in Portimao. Beim WM-Finale stürmte der Zahlinger auf den siebten Platz und holte sein bestes Ergebnis in der von Corona geprägten Saison. Nun geht es zurück ins zweite Glied, nach elf Einsätzen als Ersatzmann für Marc Marquez gibt Bradl das Honda-Werksmotorrad wieder an den Dominator aus Spanien ab.

126 Tage nach Wiederaufnahme der Saison Mitte Juli fielen in Portugal die zwei letzten Titelentscheidungen. In der Moto2 wurde der Italiener Enea Bastianini Weltmeister, in der Moto3 der Spanier Albert Arenas.

Bradl, der vor allem im letzten Saisondrittel überzeugte, lüftete in der Boxengasse ein Geheimnis. "Das Wichtigste war es, vor Cal Crutchlow ins Ziel zu kommen. Das war eine richtige Genugtuung", sagte der 30-Jährige bei ServusTV. Der Brite Crutchlow, am Rennsonntag nur 13., hatte Bradl in den vergangenen Jahren wiederholt kritisiert. An der Algarve knüpfte Bradl an die guten Leistungen der Vorwochen an und setzte noch einen drauf. Sein bislang bestes Resultat hatte er als Achter in Le Mans geholt. Bradl schaffte es in diesem Jahr fünfmal in die Punkte und beendete die Saison mit 27 Zählern auf Platz 19. Bei drei Läufen war er nicht am Start. "Ich bin ein bisschen wehmütig, weil die Saison vorbei ist, wo ich so richtig in Fahrt komme", sagte Bradl: "Es war eine tolle Saison, ich bin sehr stolz." 2021 arbeitet der frühere Moto2-Weltmeister wieder als Honda-Testfahrer.

Wie das ganze Jahr war auch das letzte Rennwochenende von Marcel Schrötter durchwachsen. Der einzige deutsche WM-Fixstarter wurde nach dem schwachen Qualifying (21.) im Rennen Zwölfter. Im Moto2-Klassement reichten 81 Punkte für Rang neun.

"Wir haben eine extrem schwierige Saison hinter uns. Ups und Downs waren dabei, aber mehr Downs", sagte der 27-Jährige aus Vilgertshofen vor dem Start. Schrötter stand nur einmal auf dem Podium, beim Großen Preis von Österreich wurde er Mitte August Dritter. Auch im nächsten Jahr fährt der Kalex-Pilot für das Team Intact GP.

Bastianini wurde Fünfter und wehrte den Angriff der Konkurrenz nur mit viel Mühe ab. Am Ende hatte der 22-Jährige neun Punkte Vorsprung auf seinen Landsmann Luca Marini, der hinter Remy Gardner (Australien) Zweiter wurde. "Es ist unglaublich. Das ist der beste Tag meines Lebens, auch mein Motorrad ist glücklich", sagte der neue Weltmeister. Bastianini und Marini, Halbbruder von Superstar Valentino Rossi, gehen im nächsten Jahr in der Königsklasse an den Start.

Auch Arenas machte es spannend. Dem 23-Jährigen reichte ein zwölfter Platz, um seine Führung zu verteidigen. Der KTM-Pilot wechselt nach seinem ersten Titelgewinn zur neuen Saison in die Moto2.

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