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Star-Parade im TV

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(bf). Drei Sender haben die EM im Programm. Es wird geklotzt wie noch nie. Es geht um Quote und bleibende Experten-Zitate. Von manchem Turnier bleiben nicht Spiel-, sondern Fernsehszenen in Erinnerung. WM 2014: Nachtprogramm aus der Sportschule Malente. WM 2018: Jessy Wellmer mit Philipp Lahm auf dem Sofa vor Tegernsee-Kulisse. Oder das ZDF-Public-Viewing zur EM 2008 auf Usedom, die Flip-Flops, die der Sender in Brasilien verteilte.

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Ein Fußball-Turnier im Sommer ist wichtigstes Kriterium im jährlichen Quotenrennen. Da kann RTL Showformate erfinden, wie es will, ProSieben mit stundenlangen Dokus gute Kritiken absahnen - solange die Fußball-Rechte in öffentlich-rechtlicher Hand liegen, werden ARD und ZDF die Privaten hinter sich lassen. Eine Zuseherschaft von 30 Millionen sollte in der Spitze möglich sein. Vor allem bei den Experten wird mit erheblicher Prominenz gewuchert. Der zum George-Clooney-Ebenbild gewordene Bastian Schweinsteiger ist der Star der ARD, das ZDF schickt mit Per Mertesacker und Christoph Kramer zwei emeritierte 2014er-Weltmeister ins Rennen - und Magenta TV hat den bekanntesten und besten Nicht-Weltmeister zu bieten: Michael Ballack.

Magenta TV ist der neue Mitspieler auf dem Rechtemarkt. Die Deutsche Telekom hat sich eigentlich erst für die EM 2024 groß eingekauft, mit ARD und ZDF aber Sublizenzen-Deals abgeschlossen. Magenta darf nun schon senden, Erstes und Zweites dafür auch in drei Jahren. Magenta macht mit einer frechen Werbekampagne auf sich aufmerksam, für die Partner FC Bayern München mit seinen zahlreichen EM-Spielern eingespannt wurde. Als Zuschauer und Zuhörer wird man flexibel sein müssen - vor allem bei den Magenta-Leuten. Im Studio: Kerner. Ist das nicht der Quiz-Onkel vom ZDF? Kommentator: Fuss - der von Sky? Und Hagemann - der RTL-Hagemann?

Die aufsehenerregendste Personalie hat die ARD zu bieten, die als Experten Kevin-Prince Boateng verpflichtete. 2010 der böse Bube der Nation, weil er beim Pokalfinale in England Michael Ballack aus dem deutschen WM-Kader und ins Ende der großen Karriere trat. Boateng - Ballack, jetzt ist es ein Expertenduell. Ein Kommentar kann eine größere Geschichte liefern als ein Spiel. 2012 lästerte Mehmet Scholl (ARD) über Stürmer Mario Gomez: »Ich hatte Angst, er liegt sich wund.« Noch etwas, das länger blieb als das eigentliche Bild vom Spiel.

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