Sieg im letzten Rennen: Martin Fourcade tritt nach zehn Jahren Biathlon zurück. FOTO: AFP
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Sieg im letzten Rennen: Martin Fourcade tritt nach zehn Jahren Biathlon zurück. FOTO: AFP

Standesgemäßer Abschied

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Superstar Martin Fourcade verabschiedete sich standesgemäß mit einem Sieg von der Biathlon- Bühne, die deutschen Biathleten beendeten die Saison mit zwei Top-Ten-Platzierungen.

Den deutschen Biathleten blieb bei der großen Abschieds-Gala von Superstar Martin Fourcade nur eine Nebenrolle, einzig Arnd Peiffer durfte sich beim "Geister-Weltcup" im finnischen Kontiolahti über einen versöhnlichen Saisonabschluss freuen. In der Verfolgung der Frauen verspielten Denise Herrmann (16.) und Franziska Preuß als Neunte nach dem Sprint-Doppelsieg am Freitag ihre glänzende Ausgangsposition.

Sprint-Olympiasieger Peiffer wurde im Rennen über 12,5 km als bester Skijäger des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach zwei Schießfehlern Fünfter. Benedikt Doll musste sich nach sechs Strafrunden mit Rang 19 begnügen. Fourcade, der am Freitag sein Karriereende verkündet hatte, verabschiedete sich indes standesgemäß in den Ruhestand. Auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem ersten Weltcup-Sieg in der Verfolgung in Kontiolahti gewann der 31-Jährige an selber Stätte sein letztes Rennen.

"Es ist sehr emotional, ich bin den Tränen sehr nah. Ich hoffe, dass alle mich als einen guten Menschen in Erinnerung behalten", sagte Fourcade in der ARD: "Ich möchte mich bei den Fans in Deutschland bedanken, es war ein Vergnügen, mit euch diesen Weg zu gehen."

Bei schwierigen Windverhältnissen führte er an einem französischen Feiertag auch noch einen Dreifachsieg an. Auf dem Podium sprang er mit einem breiten Grinsen in die Luft, von seinen Kollegen wurde er ausgiebig geherzt und vor Freude in die Höhe geworfen - inklusive Bruchlandung. "Das war eine schlechte Idee. Dass sie mich nicht fangen können, war ja klar", sagte Fourcade mit einem Augenzwinkern.

Kleiner Wermutstropfen: Im Kampf um die große Kristallkugel musste sich Fourcade hauchdünn seinem "Thronfolger" Johannes Thingnes Bö geschlagen geben. Der Norweger, der die Gesamtwertung zum zweiten Mal in Folge holte, behielt beim letzten Stehendschießen die Nerven, blieb fehlerlos und im Gesamtweltcup lediglich zwei Punkte vor Fourcade.

Die deutschen Frauen hatten derweil große Probleme am Schießstand. Preuß kam als Führende zum zweiten Liegendschießen, verfehlte das Ziel aber genauso wie Herrmann viermal. "Das war richtig kacke, ich wusste gar nicht mehr, wo die Schüsse waren", ärgerte sich Preuß, die aber ein positives Saison-Fazit zog: "Ich bin zufrieden, eine Note 2." Herrmann bezeichnete ihre insgesamt acht Schießfehler als "Katastrophe".

Den Gesamtweltcup holte sich in einem ähnlichen Showdown wie bei den Männern die Italienerin Dorothea Wierer. Die Weltmeisterin (793 Punkte) kam als Elfte mit einem Rückstand von 57,8 Sekunden auf die französische Siegerin Julia Simon ins Ziel, die zehntplatzierte Tiril Eckhoff (Norwegen/786) gab nach drei Fehlern im letzten Schießen die große Kristallkugel noch aus der Hand. Der Biathlon trotzte der Corona-Pandemie und beendete erst am Samstag seine Saison. Der Weltverband hatte nach kritischen Stimmen die Staffel-Rennen am Sonntag abgesagt, das geplante Weltcup-Finale am Holmenkollen in Oslo/Norwegen war zuvor bereits ersatzlos gestrichen worden.

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