Jean-Clair Todibo tröstet Alexander Nübel. FOTO: DPA
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Jean-Clair Todibo tröstet Alexander Nübel. FOTO: DPA

Fußball

Spott für Nübel

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(sid). Jochen Schneider war noch lange nach Abpfiff sichtlich aufgewühlt - die Anfeindungen der eigenen Fans gegen Torhüter Alexander Nübel hatten dem Sportvorstand von Schalke 04 mehr zugesetzt als die herbe Niederlage beim 1. FC Köln. "Vor zehn Jahren war das Thema Robert Enke so groß - und wir übergießen einen 23-jährigen Jungen, der einen Fehler macht, mit dieser Art von Häme", sagte Schneider nach dem 0:3 (0:2) beim Aufsteiger und schüttelte fassungslos den Kopf: "Ich kann es nicht nachvollziehen!"

Dabei hatte Nübel lange Zeit ein ordentliches Spiel abgeliefert und die Niederlage gewiss nicht alleine zu verantworten. Eine Szene genügte jedoch, um diesen Eindruck zu zerstören. Nübel glitt ein harmloser Schuss von Florian Kainz (75.) durch die Hände, der Ball trudelte dem Keeper durch die Beine und über die Linie. Der verzweifelte Rettungssprung des Keepers kam zu spät.

Danach schlossen sich die Fans beider Lager, die sich zuvor fast durchgehend gegenseitig beleidigt hatten, zusammen und applaudierten bei jedem Ballkontakt des Torhütern spöttisch. Nach dem Abpfiff entluden sich Wut und Frust der S04-Fans auf den Keeper, der im Sommer zu Bayern München wechseln wird. "Nübel raus!", forderten die Anhänger lautstark.

Nübel selbst wollte nicht reden, den Gang zu den Fans trat er nur widerwillig und mit Tränen in den Augen an. Die Reaktion der Fans passte für Schneider nicht zu den Werten des Vereins. "Was Schalke immer auszeichnet, ist dieser extreme Zusammenhalt", sagte er: "Insbesondere auch in schwierigen Phasen."

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