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Sport-Stammtisch

Da wollten Frankfurt und Gladbach mit sieben Fässern Wein freudvoll die Euro-Saison feiern, und dann machen sieben Tore den Wein und die Fans sauer. Nur der Refrain gibt nicht auf: Sieben Fässer Wein können uns nicht gefährlich sein / Das haut uns nicht um, ja, das schaffen wir ganz allein.- Wer’s glaubt ...

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Die Schlagermusik und der Fußball gehören zusammen, nicht nur bei Schlager-Spielen, Tor-Jingles (Bots) oder Fan-Hymnen (Rodgaus). Auch aktuelle Debatten können musikalisch geführt werden: Tief im Westengrönemeyert es gegen Neuer, das verfolgungswähnt jedenfalls der alte Häuptling der Bayern und stöhnt schimpfend: Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf. Uff. Uff. Uff.

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Bin i Radi, bin i König, Der Theodor, der Theodor, der steht bei uns im Fußballtor,wie der Ma (-nuel, rc) auch heißt, er hält und hält (mehr zum deutschen Schlager später). - Schwer ist nicht nur der Beruf des Torwarts, schwer ist auch, spätestens seit der legendären Grundgesetz-Pressekonferenz, Uli Hoeneß ernst zu nehmen. Die westdeutschen Medien schießen gegen Neuer, und die süddeutschen verteidigen ihn nicht, was ihre regionale Pflicht wäre? Ach Gott. Und dann schießt sich Hoeneß sogar selbst ins Knie und trifft Neuer in die Brust, wenn er sagt, ter Stegen habe kein Recht, im Tor zu stehen, weil Neuer der beste Torwart der Welt war. War? Danke, lieber Uli, zähneknirscht Manuel.

Unterdessen ziehen die Bayern souverän ihre Bahn, während Dortmund in Person von Marco Reus alles verballert. Barcelona begann mit einem Fati, der erst 16 ist, aber wie 20 aussieht. Dortmund hat einen Vierzehnjährigen in petto, der wie 25 aussieht. Das könnte Hoeneß nur mit einem Zehnjährigen toppen, der wie 30 aussieht. Einen Dreißigjährigen, der wie 10 aussieht, hatten die Bayern ja schon.

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Schluss mit lustig. In Italien wollte ein 80-jähriger TV-Kommentator den Inter-Stürmer Lukaku loben, er sei nur zu stoppen, wenn man ihm zehn Bananen zu essen gäbe. Ist der Alte ein Rassist? Klar, oder? Nein. Jedenfalls nicht primär. Echte Rassisten sind gefährlich, sie muss man sehr ernst nehmen. Dieser Mann aber gehört zu einer eigenen Rasse, den gar nicht so seltenen armseligen Arschgeigen.

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Obwohl - Rassen gibt’s gar nicht, behaupten Wissenschaftler in einer "Jenaer Erklärung". Schon alleine die Einteilung in Rassen und der Begriff selbst seien rassistisch, es gebe keine Unterschiede im Erbgut, daher seien wir im Prinzip alle Afrikaner. Schön und gut und löblich. Dann machen wir mal den Rassismus-Test, liebe Leser. Im Fernsehstudio stehen sie vor zwei verschlossenen Türen. Hinter der weißen steht ein hell-, hinter der schwarzen Tür ein dunkelhäutiger Teenager, jeweils im Zufallsprinzip ausgelost. Wer von beiden kann höher springen? Wenn Sie die richtige Tür wählen, gewinnen Sie eine Million Euro. Sie könnten Pech haben, und der Weiße springt wie ein Känguru und der Dunkelhäutige nicht mal über einen Bierdeckel. Aber würden Sie nicht dennoch, ihre statistischen Chancen abwägend ... nein, würden Sie nicht? Sie würden auf die Million pfeifen und den Saal unter Protest verlassen? Bravo! Hochachtung!

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"Alter Schwede, hab ich gedacht, der Gerhard schreibt immer noch! Du und Wenzel Siegel haben mich vor 45 (!!!) Jahren wirklich nachhaltig geprägt", schreibt Wolfgang Inhester, als "hin" unser ehemaliger "Freier" in Sachen Motorsport, der letzten Samstag in einem Gießener Hotel frühstückte und die Zeitung las. Inhester war jahrelang als CEO für den Laureus-Sportpreis zuständig und als Direktor Globale Kommunikation weltweit für die PR-Arbeit von Mercedes-Benz zuständig und auch verantwortlich für die Bewältigung der "Elchtest-Krise".

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Und noch ein Zuruf aus vergangenen Zeiten. In den ersten Jahren war die "Anstoß"-Kolumne (damals oben links im rot umrandeten gelben Kasten) ein tägliches "gw"-Solo. Später gab Michael Humboldt ("mi") der Kolumne jeweils am Freitag eine eigene beliebte Farbe, schon damals durchaus als Schlager-Liebhaber erkennbar. Dann stießen Künstler (Matthias Beltz, Henni Nachtsheim) und Schriftsteller (Matthias Altenburg, Andreas Maier, Otto A. Böhmer) dazu - ältere Leser erinnern sich an unvergessliche Beiträge. Jetzt hat sich "mi" gemeldet - als verantwortlicher Redakteur von "Hossa", einem Hochglanz-Schlagermagazin mit der stattlichen Auflage von 65 000 Exemplaren in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er erinnert sich an "wunderbare Erinnerungs-Sequenzen" seiner alten Bekannten "über den Schlager" und möchte eine "Hossa"-Doppelseite davon zusammenstellen. Ob "gw" mitmachen würde, fragt er an. Aber ja - Hossa! (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog "Sport, Gott & die Welt" / Mail: gw@anstoss-gw.de)

Anstoß

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