Die Bochumer um Anthony Losilla (r.) setzen sich mit 2:0 bei Spitzenreiter Hamburger SV (l. Tim Leibold) durch. FOTO: DPA
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Die Bochumer um Anthony Losilla (r.) setzen sich mit 2:0 bei Spitzenreiter Hamburger SV (l. Tim Leibold) durch. FOTO: DPA

Spitze rückt zusammen

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(dpa). Topfavorit Hamburger SV hat sich erstmals in dieser Saison eine Niederlage geleistet - und schon sind die Verfolger da. Auch bedingt durch die 1:3-Niederlage der Hanseaten am Sonntag gegen den VfL Bochum ist die Spitzengruppe der 2. Fußball-Bundesliga eng zusammengerückt. Den HSV auf Platz eins und Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf auf Platz acht trennen nur sechs Punkte.

Neuer Zweiter ist die SpVgg Greuther Fürth nach einem 3:1 gegen Jahn Regensburg vor dem SC Paderborn, der mit vier Siegen aus den vergangenen fünf Spielen glänzt. "Wir haben Rückenwind und Selbstvertrauen, jetzt wollen wir die Serie ausbauen. Wir sind hungrig auf die nächsten Spiele", sagte Fürths Torschütze Paul Jaeckel.

Die Bochumer gewannen durch die Treffer von Robert Zulj (36.), Danny Blum (78.), der ein Traumtor erzielte, und Raman Chibsah (82.) beim Tabellenführer und kletterten auf Rang vier. Die Gastgeber kamen lediglich durch einen verwandelten Strafstoß von Simon Terodde (65.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Holstein Kiel ist dagegen nach dem vierten Spiel ohne Sieg in der dicht gedrängten Gruppe zurückgefallen (Platz sechs). Am Montag hat der VfL Osnabrück im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg die Chance, den zweiten Platz zu erobern.

Paderborns Coach Steffen Baumgart hatte von Anfang an davor gewarnt zu glauben, dass seine Mannschaft sofort in der 2. Liga den Ton angeben könne. "In der 2. Liga musst du dich in jedes Spiel hineinarbeiten, das ist meistens auf Augenhöhe und selten so, dass eine Mannschaft viel besser ist als die andere", sagte Baumgart nach dem 2:0-Erfolg gegen den FC St. Pauli. Dennis Srbeny (39.) und Chris Führich (56.) erzielten die Treffer der Ostwestfalen, deren Torhüter Leopold Zingerle noch einen Strafstoß von Rodrigo Zalazar parieren konnte. "Wir haben unseren positiven Trend heute fortsetzen können", sagte SCP-Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth.

Fortuna-Trainer Rösler nahm den dritten 1:0-Heimsieg, am Samstag gegen den SV Sandhausen, natürlich gerne mit, weiß aber, dass der Weg in die Spitzengruppe noch weit und beschwerlich ist. "Dieser Sieg tut uns gut, kann aber nur der Anfang sein", sagte der Chefcoach der Düsseldorfer.

Groß war hingegen die Enttäuschung bei Holstein Kiel nach dem verpassten Sprung zurück auf Rang zwei, den die Mannschaft vom dritten bis zum fünften Spieltag belegt hatte. "Es war ein gutes Heimspiel, das wir nicht gewonnen haben. Am Ende verlieren wir zwei Punkte, die wir eigentlich schon auf der Habenseite hatten. Das ist sehr ärgerlich", sagte Kiels Geschäftsführer Uwe Stöver nach dem 2:2 gegen den 1. FC Heidenheim, der bis zur 87. Minute 0:2 in Rückstand lag, ehe Christian Kühlwetter mit zwei Treffern noch für den Ausgleich sorgte. "Der Spielverlauf ist sehr bitter, weil wir das, was wir uns vorgenommen haben, über weite Strecken auch auf den Platz bekommen haben", sagte Holstein-Coach Ole Werner.

Vorerst aus dem Rennen ist die auswärtsschwache Mannschaft von Hannover 96 nach dem 1:2 beim Tabellenletzten Würzburger Kickers. Bei den Franken feierte Bernhard Trares ein erfolgreiches Debüt als bereits dritter Trainer der Kickers in dieser Spielzeit.

Darmstadt in Aue chancenlos

Unterdessen hat der SV Darmstadt 98 die nächste deftige Niederlage kassiert. Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang verlor am Sonntag beim FC Erzgebirge Aue mit 0:3 (0:1). Vor der Länderspiel-Pause hatte es zuhause ein 0:4 gegen Paderborn gesetzt. Die Lilien rutschten nach dem Rückschlag gegen das Team ihres langjährigen Chefcoaches Dirk Schuster damit erstmal auf den 13. Tabellenplatz ab. "Das ist eine bittere Situation, in der wir gerade stecken", räumte Anfang ein. "Aber wir werden da durchkommen, davon bin ich überzeugt."

Die Negativserie der Gastgeber stoppte Jubilar Pascal Testroet praktisch im Alleingang. Der 30-Jährige erzielte in seinem 100. Zweitliga-Spiel beide Tore. Der Stürmer traf per Kopf (7. Minute) sowie Elfmeter (56.). So feierte Aue nach vier Spielen ohne Sieg wieder einen Erfolg. Dimitrij Nazarov (90.+3) traf zum Endstand.

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