Eishockey

Spieler befürchten kompletten Saisonausfall

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(dpa). Bei Deutschlands Eishockey-Profis regt sich Unmut über die Außendarstellung der DEL und den erneut verschobenen Saisonstart. Am Wochenende reagierte die neu gegründete Spielergewerkschaft SVE mit Unverständnis, Nationalmannschaftskapitän Moritz Müller sieht zudem einen erheblichen Imageschaden für das deutsche Eishockey. "Aus einem konkreten Starttermin im November ist für Euch Fans und uns Spieler ein Blick ins Ungewisse geworden", postete die SVE eine Stellungnahme in den sozialen Netzwerken.

Die Deutsche Eishockey Liga hatte am Freitag schon zum zweiten Mal den Saisonstart verschoben - diesmal auf unbestimmte Zeit. Stattdessen verkündete die Liga nach stundenlanger Videokonferenz der 14 Clubs eine Absichtserklärung, "in der zweiten Hälfte des Dezembers" starten zu wollen. "Das ist für mich zu vage", kritisierte Müller am Samstag im "MagentaSport"-Interview.

Der 33 Jahre alte Kapitän der Kölner Haie und SVE-Mitbegründer sagte, angesprochen auf einen möglichen Imageverlust ohne Spielbetrieb: "Ich fühle schon, dass der groß ist." Müller kritisierte das Vorgehen der DEL weiter deutlich. "Ich wäre gerne abgeholt worden, wie man einen Spielbetrieb Mitte Dezember auf die Beine stellen möchte. Ich weiß ja nicht, was sich bis dahin verändern soll." Damit sprach der Kapitän des Nationalteams unterschwellig aus, was auch viele Fans nun fürchten: Dass die Saison in diesem Winter komplett ausfällt. Dagegen wehrt sich die DEL. "Wir werden weiterhin alles dafür tun, dass wir in die neue Saison starten können", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Einige Clubs verteidigten die Entscheidung, im Gegensatz zur Handball- und Basketball-Bundesliga angesichts der aktuellen Bedingungen in der Coronakrise nicht in die Saison starten zu wollen. "Ein Start ohne verlässliche Perspektive auf Zuschauer ist fahrlässig und existenzbedrohend. Ab Saisonstart entstehen sofort hohe laufende Kosten. Wir haben dann fast hundertprozentige Ausgaben, aber kaum planbare Einnahmen aus dem Ticket- und Fanartikelverkauf", sagte Stefan Adam, Geschäftsführer der Düsseldorfer EG.

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