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Gladbachs Neu-Trainer Marco Rose (r.) ist bei den Fans begehrt.

Spiel soll noch schneller und dynamischer werden

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Dieter Hecking hat sein bereits im April verkündetes Aus bei Borussia Mönchengladbach professionell aufgenommen, er hat es nicht ganz verstanden, aber akzeptiert. Mit Platz fünf verabschiedete sich der Trainer nach zweieinhalb Jahren am Niederrhein und heimste Sympathien für sein sauberes Verhalten in der Schlussphase der Saison ein. Mittlerweile ist Hecking in Hamburg angestellt, Marco Rose für ihn in Gladbach. Und die Trainerhoffnung startet in seiner Premierensaison im deutschen Fußball-Oberhaus gleich mal mit reichlich Vorschusslorbeeren.

Wie ist die Stimmung?Irgendwie wurschtelte sich die Borussia vergangene Saison im Endspurt bis auf Rang fünf nach oben, noch vorbei an Wolfsburg und Frankfurt, eine gute Platzierung. Irgendwie war das Umfeld des Klubs dennoch grummelig, nicht recht zufrieden mit den fußballerischen Darbietungen. Das nervte wiederum Max Eberl: "Ich hätte mir viel mehr Freude über das Erreichte gewünscht. Ich hatte das Gefühl, dass es sehr viele kritische Untertöne gab", sagt der Sportdirektor: Der neue Trainer Marco Rose will nun gleichermaßen auf Ergebnisse und gute fußballerische Darbietung achten. Das wird einer guten Stimmung zuträglich sein.

Wie stark ist der Kader?Er dürfte sich auf einem ähnlichen Niveau wie in der Vorsaison bewegen. Weg ist aus der Stammelf nur Flügelmann Thorgan Hazard, er ging zu einem größeren Klub. Nicht wie sein Bruder Eden für 100 Millionen Euro zu Real Madrid, aber immerhin für 25 zur anderen Borussia nach Dortmund. Hazard hinterlässt eine Lücke von zehn Toren und zwölf Vorlagen. Diese stopfen könnte Breel Embolo, zumindest dann, wenn er an vergangene Tage in Basel anknüpft. Auf Schalke schaffte es der Schweizer auch aufgrund vieler Verletzungen nie, sein volles Potenzial abzurufen. Sportdirektor Eberl sieht ohnehin durch den neuen Trainer einer neue Konstellation. Er sagt: "Spieler werden im Sonnenschein stehen, die bisher in der Schublade waren - und andere, die im Sonnenschein standen, werden kämpfen müssen." Ganz hell erleuchtet wird anfangs Neuzugang Marcus Thuram sein, er ist der Sohn des französischen Weltmeisters von 1998, Lilian Thuram.

Worauf steht der Trainer?Marco Rose soll in Gladbach eine ähnliche Spielphilosophie einführen, die seinen Vorgängerverein RB Salzburg zur perfekt geölten Maschine machte. Der österreichische Serienmeister trat flexibel auf, versuchte stets aktiv das Spiel anzugehen - egal, ob im Ballbesitz, im Pressing oder in Umschaltsituationen. Das fordert vor allem einen hohen läuferischen Aufwand, was sich zum Leidwesen der Profis in der Vorbereitung bisher regelmäßig in zweistündigen Übungseinheiten niederschlug. "Wir bauen auf einem tollen Fundament auf, wollen das Spiel aber noch schneller und dynamischer machen", sagt Rose. Max Eberl freut das, deshalb hat er Rose geholt. Und dennoch warnt er: "Der neue Trainer ist kein Magier. Es kann schnell gehen, bis alle Rädchen ineinander greifen, vielleicht dauert es aber auch länger. Es wäre schön, wenn die Fans Bock darauf haben, diesen Prozess zu begleiten."

Wo hapert’s noch?Die Vorbereitung lief ganz gut, zu meckern gab es wenig. An der einen oder anderen Stelle hatten die Profis die neue Spielidee noch nicht ganz verinnerlicht. Ist aber normal. Zudem fehlt Nationalspieler Lars Stindl, der 30-Jährige kuriert einen Schienbeinbruch aus und wird erst im Spätherbst zurückkehren können.

Wer sticht heraus?Der Trainer. Rose wird von vielen Seiten mit Lob überschüttet - von Liverpool-Coach Jürgen Klopp, unter dem er einst in Mainz kickte, vom aktuellen FSV-Trainer Sandro Schwarz, mit dem er einst in einer WG wohnte, und so weiter und so fort. Rose, der als Assistent von Thomas Tuchel seine Trainerkarriere in Mainz begann und sich ab 2017 in Salzburg einen hervorragenden Ruf erarbeitete, steht für spektakulären Fußball. Da ist die Fallhöhe natürlich groß, sollte das in seinem Premierenjahr in der Bundesliga nicht direkt umsetzbar sein. Der 42-Jährige tritt gerne jugendlich-schwungvoll auf, oft in lässiger, kurzer Hose, immer mit einem markanten Rauschebart.

Wie geht’s dem Schatzmeister?Die Gladbacher haben sich durch gutes Management in den vergangen Jahren finanziell Schritt für Schritt verbessert. Vergangene Saison hatten sie einen Personalaufwand von 83 Millionen Euro, Achter in dieser Rubrik. In der TV-Tabelle steht die Borussia noch ein Stück weiter vorne, dazu werden immer wieder Spieler für viel Geld verkauft. Diesmal war es der einst für acht Millionen Euro verpflichtete Hazard, der satte 25 Millionen einbrachte. Im Gegenzug holte Gladbach Embolo für zehn, Thuram für neun und Stefan Lainer für zwölf Millionen Euro.

Was ist drin?Es wird wieder Rang fünf. Eine gute Platzierung, das fand Sportdirektor Eberl ja schon vergangene Saison. Und wenn Neu-Coach Rose den Spielstil noch ein wenig attraktiver gestaltet, wird auch das Grummeln im Umfeld verstummen.

Daniel Schmitt

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