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Jubel-Tage in Frankfurt: Die Eintracht-Profis feiern mit ihren Fans den furiosen 5:2-Sieg über Leverkusen.

Spiel ohne Grenzen

Der beachtliche Aufschwung der Eintracht hat gute Gründe - die Frankfurter sind nun sogar das formstärkste Team der Bundesliga. Am Mittwoch kommt es zum Duell mit Ex-Trainer Adi Hütter in Mönchengladbach.

Nach dem Husarenritt am dritten Advent war diese ganz spezielle Eintracht-Note mal wieder in aller Munde. »Die Mannschaft bringt mittlerweile alles mit«, sagte der beim rasanten 5:2-Erfolg des aufstrebenden Frankfurter Fußball-Bundesligisten gegen Bayer Leverkusen erstmals seit Monaten wieder eingesetzte Außenverteidiger Christopher Lenz. In erster Linie, natürlich: »Die Mentalität der Truppe kennt keine Grenzen.« Und Djibril Sow, der Motor in der Schaltzentrale, nebenbei auch noch Torschütze vom Dienst, lobte »die Willens- und Energieleistung«. Irgendwann hat er gespürt, dass man den Gegner erst in die Enge treiben und ihn dann einfach überrollen würde. Man kennt das: In dem Maße, in dem der eine immer größer und stärker wird, wird der andere immer kleiner und schwächer. Robert Andrich, der Bayer-Malocher, sagte: »Die haben uns einfach aufgefressen.«

Moral, Leidenschaft, Hingabe, Kampfeslust, Charakter - all diese Attribute sind in der jüngsten Vergangenheit bemüht worden, um den besonderen Eintracht-Spirit zu beschreiben, diesen um sich greifenden Adrenalin-Kick, der nicht selten in dem mündet, was Neuzugang Lenz ein »typisches Eintracht-Frankfurt-Spiel« nennt. »So, wie man es von früher kennt.«

Das alles ist absolut richtig, und gewiss ist es dieser Einstellung und auch einem Pakt mit Fortuna geschuldet, in mäßigen oder gar schlechten Spielen noch späte Siege oder Punkte einzufahren, wie gegen Antwerpen, Leipzig oder Fürth. Und der Leverkusener Trainer Gerardo Seoane hat sicherlich recht, wenn er die fehlende Körperlichkeit als Hauptgrund für die Niederlage seines flinken, aber auch etwas unbedarften Ensembles anführt.

Es ist beachtlich, dass die Eintracht, ohnehin die laufstärkste Mannschaft der Liga, auch am Sonntagabend noch einmal fast 123 km runterriss und damit sieben km mehr als der Kontrahent, obwohl sie 72 Stunden zuvor noch in der Türkei ein strapaziöses Europa-League-Spiel und eine nicht minder strapaziöse Reise in den Knochen hatte.

»Die Mannschaft ist in einer Top-Verfassung«, sagt Trainer Oliver Glasner. Auch deshalb hat sie tief im Dezember bis auf Jens Petter Hauge, der sich eine Muskelverletzung zuzog (Glasner: »Das sieht nicht gut aus«) keinen verletzten Spieler zu beklagen. Doch nur durch die beschriebenen Primärtugenden und körperliche Unversehrtheit lässt es sich nicht erklären, dass Eintracht Frankfurt ein 0:2 gegen ein Topteam in einen zügellosen 5:2-Sieg dreht. Da gehört mehr dazu, neben der neuen, alten Wucht auch fußballerische Qualität.

Astreiner Stressfußball

Eintracht Frankfurt im Spätherbst 2021 spielt astreinen Stressfußball wie zu besten Adi-Hütter-Zeiten, paart diesen brachialen Ansatz aber auch mit spielerischer Klasse - sei es in der Konzeption der Angriffe (Lehrbeispiel das 2:2), dem Flügelspiel (Filip Kostic, unnachahmlich), den schnellen Gegenangriffen, dem Pressing oder den Standards, aus denen durch die Abwehrspieler Tuta und Evan Ndicka zwei Treffer resultierten. Auch die torgefährlicheren Mittelfeldspieler sind ein entscheidender Faktor für den Aufschwung.

Die Eintracht hat Tuchfühlung zu den internationalen Startplätzen hergestellt, steht im Achtelfinale der Europa League, sie stellt außerdem die formstärkste Mannschaft der Liga, hat von den letzten fünf Partien vier gewonnen - eine bessere Bilanz weist in diesem Zeitraum keine andere Elf auf. Der Höhenflug ist kein Zufall, eine stete Entwicklung klar erkennbar. Am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) kommt es zum brisanten Duell beim Prügelknaben Borussia Mönchengladbach und Ex-Trainer Hütter. Für viele Profis ist das ein ganz besonderes Spiel, nicht bei allen war der Österreicher wirklich beliebt.

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