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Spaßbefreites Athletendorf

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(dpa). Mit strikten Regelbüchern, dem Ausschluss der Fans und einem Corona-Notstand für Tokio wollen die Olympia-Gastgeber das Infektionsrisiko während der Sommerspiele ab 23. Juli minimieren. Für die Olympia-Beteiligten werden es außergewöhnliche Tage mit einem ziemlich spaßbefreiten Athletendorf.

?Wie ist die Corona-Lage in Tokio?

Knapp zwei Wochen vor der Eröffnungsfeier verhängte Japans Regierung zum vierten Mal den Corona-Notstand, der auch für die Olympia-Zeit gilt. Grund waren über Wochen steigende Infektionszahlen. Auch wenn die Inzidenzwerte im europäischen Maßstab weiter vergleichsweise niedrig sind (13. Juli: 11,4), bereitet die immer noch geringe Impfquote vielen Japanern Sorgen. Daher kommt für viele Menschen im Gastgeberland Olympia zur Unzeit. Dass 60 000 Beteiligte aus dem Ausland jetzt einreisen dürfen, wirkt für die Gegner der Spiele wie ein unnötiges Risiko. Die Angst vor einem Superspreader-Event und einem Fest für Corona-Mutanten überschattet den Olympia-Start.

?Welche Regeln gelten bei der Einreise?

Jeder Olympia-Teilnehmer, egal ob Athlet, Funktionär oder Journalist, muss sich kurz vor dem Trip nach Japan zwei Corona-Tests unterziehen. Das negative Testergebnis muss auf einem ärztlichen Standardformular bestätigt werden. In einem vorab erstellten Aktivitätsplan müssen die Aufenthaltsorte in der Olympia-Blase in den ersten zwei Wochen angegeben und von den Behörden genehmigt werden. In einer Gesundheits-App werden persönliche Daten wie die Körpertemperatur erfasst. Zudem muss die japanische Corona-Warn-App aktiviert werden.

?Wie wirkt sich eine Impfung auf die Corona-Regeln aus?

Rund 85 Prozent der Bewohner des olympischen Dorfes werden nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees geimpft in Japan ankommen. Auch die meisten Begleiter und Medienvertreter haben vor ihrer Olympia-Reise schon ein Vakzin erhalten. Einen Unterschied soll das jedoch in Japan nicht machen. Für die ersten 14 Tage ist für jeden Olympia-Beteiligten die Bewegungsfreiheit auf Wettkampfstätten, Unterkünfte und offizielle Orte mit Olympia-Bezug beschränkt.

?Was bedeuten die Corona-Maßnahmen für das Training in Japan?

Aus Sorge vor dem Virus haben eine Reihe von Gemeinden, die als Trainingslager vorgesehen waren, ihre Zusage zurückgezogen. Zu den Quartieren, die weiter Teams beherbergen, reisen die Sportler in extra bereitgestellten Fahrzeugen, teils in Begleitung japanischer Offizieller. In den Trainingslagern wird in enger Frequenz getestet, es gelten strenge Abstands- und Hygieneregeln sowie die Pflicht zum Tragen von Alltagsmasken.

?Wie sind die Bedingungen im olympischen Dorf?

Rund 18 000 Athleten und Offizielle werden in 21 Gebäuden innerhalb des 44 Hektar großen olympischen Dorfes in der Bucht von Tokio wohnen, das am Dienstag offiziell eröffnet wurde. Das Athletendorf ist für gewöhnlich das Herz der Spiele, Partyzone und Begegnungsstätte für Sportlerinnen und Sportler aller Länder. In Tokio ist alles anders. Alles auf Abstand, mindestens zwei Meter, auch beim Essen. In öffentlichen Bereichen ist der Alkoholkonsum untersagt. Außerhalb des eigenen Zimmers herrscht Maskenpflicht. Erst wenige Tage vor ihrem ersten Wettkampf dürfen die Athleten einziehen, spätestens zwei Tage nach ihrem letzten Einsatz sollen sie abreisen.

?Welche Regeln gelten in den Arenen?

In Tokios Wettkampfstätten sind alle Zuschauer ausgeschlossen. Die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zur Fahrt in die Arenen ist für alle Angereisten aus dem Ausland in den ersten zwei Wochen verboten. In den Stadien und Hallen muss Maske getragen werden, dies gilt auch für die Athleten bei Siegerehrungen. Beim Aufwärmen und im Wettkampf dürfen Athleten ihre Maske abnehmen. Für jede Sportart gilt zusätzlich ein eigenes Corona-Regelkorsett, das die jeweils eigenen Bedingungen berücksichtigt.

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