Mit Sorgen ins Schicksalsjahr

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(sid). Auch Sebastian Vettel wird in diesen Tagen zur Randfigur. Die Corona-Krise bestimmt die Schlagzeilen rund um die Formel 1, Sportliches rückt in den Hintergrund. Im Fahrerlager von Melbourne spricht bislang kaum jemand über diesen Deutschen und sein Schicksalsjahr, das am Sonntag (6.10 Uhr MEZ/RTL und Sky) mit dem Großen Preis von Australien beginnt. Dabei gäbe es so viel zu erzählen.

Denn der Berg von Problemen, der auf Vettel wartet, wird immer größer. Eine Übersicht: Sein Vertrag bei Ferrari läuft aus. Sein junger Teamkollege Charles Leclerc hat gezeigt, dass es wohl auch ohne Vettel geht. Sein rotes Auto ist vielleicht nicht mal schnell genug fürs Podest. Und sein Rennstall wird der Schummelei bezichtigt.

Viele Hürden also - muss ein viermaliger Weltmeister sich all das überhaupt noch antun? "Ich hatte im Winter ein bisschen Zeit", sagt Vettel dazu im Gespräch mit der "Sport Bild", "und habe sie intensiv genutzt, um mich damit auseinanderzusetzen. Und ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich das auf jeden Fall noch will und dass ich Spaß daran habe."

Vettel will nicht vorzeitig aufgeben, das ist er nach dem schwachen Jahr 2019 auch sich selbst schuldig. "Es gibt viele Dinge, die ich wieder besser machen kann", sagt er, "und ich brenne darauf, mir das selbst zu beweisen."

Auch seinem Arbeitgeber muss er etwas beweisen: Dass der mit Abstand teuerste Angestellte weiterhin gebraucht wird. Und dazu muss Vettel sich in diesem Jahr gegen Leclerc behaupten. Der 22-Jährige hat den Deutschen schon in der ersten gemeinsamen Saison überflügelt und ist nun auch offiziell keine Nummer 2 mehr. "Er hat eine fantastische, großartige Saison hingelegt", sagt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto: "Er hat sich sofort bewährt." Die Ansage bei der Scuderia in diesem Jahr daher: Beide Piloten sollen frei um Siege und den Titel fahren.

Ob sie dazu aber überhaupt das richtige Auto haben, ist momentan fraglich. "Wir sind in den Kurven besser geworden, aber auf den Geraden noch zu langsam", sagte Vettel nach den Testfahrten in Barcelona, "wir reißen im Moment keine Bäume aus." Der neue SF1000 wirkte nicht nur schwächer als die stets dominanten Mercedes-Silberpfeile, auch Red Bull scheint stärker.

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