Die IOC-Exekutivsitzung mit Präsident Thomas Bach in Lausanne steht unter dem Einfluss des Coronavirus. FOTO: DPA
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Die IOC-Exekutivsitzung mit Präsident Thomas Bach in Lausanne steht unter dem Einfluss des Coronavirus. FOTO: DPA

Sorge um Olympia-Austragung wächst

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(dpa). Komplette Absage, zeitliche Verschiebung oder neuer Austragungsort: Die Debatte und Sorge um die Olympischen Spiele in Tokio wächst von Tag zu Tag mit den steigenden Zahlen der Coronavirus-Infektionen und Todesfällen. Das IOC und der Ausrichter beteuern weiter hartnäckig, keine Zweifel daran zu haben, dass die Spiele am 24. Juli eröffnet werden. "Die Vorbereitungen und der Prozess der Qualifikationen gehen weiter. Sie sind im Zeitplan", versicherte Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. Bei der IOC-Exekutivkomiteesitzung von Dienstag an in Lausanne dürfte Tokio 2020 das Top- und Krisenthema sein.

Was wäre aber, wenn die Coronavirus-Gefahr auch in den kommenden Monaten nicht einzudämmen ist? Was hätte eine Absage des größten Sportereignisses der Welt mit rund 11 000 Athleten für Folgen? "Für viele Athleten wäre das eine Tragödie", sagte Max Hartung, Vorsitzender des Vereins Athleten Deutschland, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Weltklasse-Säbelfechter spürt selbst die Auswirkungen der Covid-19-Epidemie mitten in seiner dritten Olympia-Ausscheidung. "Von einer Qualifikation wie vor London 2012 und Rio 2016 kann keine Rede mehr sein. Die Unsicherheit wächst."

Der Deutsche Olympische Sportbund beobachtet die Entwicklung in Sachen Coronavirus "verantwortungsvoll und intensiv", teilte der Dachverband mit. "Bei jeder zu treffenden Entscheidung steht das persönliche Wohl der Athleten sowie aller Teammitglieder von Team D an allererster Stelle", betonte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Bis Ende Mai habe das IOC noch Zeit für seine Entscheidung über die XXXII. Sommerspiele, meinte Richard Pound, das dienstälteste Mitglied des Ringe-Ordens. Der deutsche IOC-Chef will zu diesem Zeitpunkt weder zum Thema noch zu den Optionen absagen, vertagen oder verlegen der Tokio-Spiele etwas sagen. Bach: "Ich will kein Öl auf das Feuer der Spekulationen gießen."

Für unwahrscheinlich hält Wolfgang Maennig eine komplette Absage des Megaevents. "Ich glaube, man würde es den Athleten nicht antun können, die Spiele ausfallen zu lassen", sagte der Sportökonom an der Uni Hamburg der dpa. "Man wird über eine Verschiebung nachdenken. Das könnte um zwei Monate sein, was vielen Athleten wegen der zur erwartenden Hitze im Juli und August in Tokio sogar recht sein könnte", meinte der Ruder-Olympiasieger von 1988.

Auch eine Vertagung um ein Jahr ist für ihn trotz der ausgeklügelten Wettkampfkalender im Weltsport sowie der Interessen der Verbände und nicht zuletzt des Fernsehens kein Ding der Unmöglichkeit. "Es passt mit Sicherheit nicht, man müsste es passend machen", sagte Maennig. Dann müssten die Weltverbände ihr Pläne für 2021 eben ändern und WM und Europameisterschaften verschieben oder ausfallen lassen.

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