Horst Heldt
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Solidarität der Profis gefordert

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(sid). Als Lukas Klostermann in den Sozialen Netzwerken nach Ideen für Spendenempfänger fragte, hatte der Nationalspieler des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. Denn trotz guter Absicht ist es mit Spenden von den Profis als Folge der Corona-Krise eher nicht getan. Die "Millionäre in kurzen Hosen" werden von immer mehr Seiten dazu aufgefordert, auf einen Teil ihrer üppigen Gehälter zu verzichten. Deutlich wurde Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. "Ich fände es zum Beispiel in Ordnung, wenn Spieler, die ganz große Gehälter bekommen, zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes ihrem Arbeitgeber gegenüber ein bisschen zurückhaltender wären mit dem Geld", sagte Söder. Laut dem CSU-Politiker ist angesichts der "vielen Millionen, die da jedes Jahr verdient werden", vor allem "Solidarität gefragt, nicht nur von den Vereinen, sondern auch von den Spielern".

Horst Heldt trat diesen Aussagen mit einer drastischen Wortwahl entgegen. "Ich glaube, es wäre absolut sinnhaft, dass man sich mit populistischen Scheißausdrücken erst mal zurückhält", polterte der Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln: "Ich weiß, dass Fußballprofis ein soziales Gewissen haben. Ich finde es unverschämt und anmaßend, das öffentlich infrage zu stellen."

Wie Heldt geht die Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL) davon aus, dass es Solidarität vonseiten der derzeit unterbeschäftigten Profis geben wird. Dass es trotz der 56 000 Arbeitsplätze bei den Vereinen in erster Linie um die kleine Kaste der Berufsfußballer geht, zeigt ein Blick in den zuletzt vorgelegten DFL-Wirtschaftsreport. Darin wird aufgeführt, dass die Profiklubs in der vergangenen Saison insgesamt 1,67 Milliarden Euro an Gehältern für ihre Spieler und Trainer ausgegeben haben. Mit Blick auf die Eliteklasse bedeuten die Zahlen, dass ein Bundesligist im Schnitt 80 Millionen Euro für seinen Kader berappen muss. In der 2. Liga sind es 7,7 Millionen Euro.

Doch nicht nur von den Profis wird Solidarität gefordert. Auch die Vereine sollen sich gegenseitig helfen. "Es schlägt die Stunde der Solidarität. Der Starke hilft dem Schwachen. Ich würde mir wünschen, dass dieser sehr naheliegende Solidaritätsgedanke bei allen Protagonisten der Bundesliga Konsens ist", äußerte Mehrheitseigner Dietmar Hopp von der TSG Hoffenheim. Dagegen hatte sich Hans-Joachim Watzke eher ablehnend geäußert. "Am Ende können nicht die Klubs, die ein bisschen Polster angesetzt haben in den letzten Jahren, die Klubs, die das nicht getan haben, dafür auch noch belohnen", sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Dafür wurde Watzke von Thomas Röttgermann heftig kritisiert. "Ich weiß nicht, was ihn dazu getrieben hat", sagte der Vorstandsboss von Fortuna Düsseldorf der Rheinischen Post. FOTO: DPA

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