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Der Startschuss ist gefallen: Bundestrainer Joachim Löw begrüßt die Nationalspieler vor herrlicher Kulisse in Seefeld zur ersten Einheit des EM-Trainingslagers.

Sofort im Angriffsmodus

  • VonDPA
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Thomas Müller und Mats Hummels sind in den Kreis der Nationalmannschaft zurückgekehrt. Der Umgang mit den England-Legionären ist zunächst geklärt, könnte aber noch zu einem Problem werden.

Thomas Müller und Mats Hummels begrüßten bei ihrer lang ersehnten Rückkehr in den Kreis der Nationalmannschaft freudestrahlend alte Bekannte und schalteten dann sofort in den Angriffsmodus. »Volle Attacke«, kündigte Müller zum Auftakt des EM-Trainingslagers im sonnigen Seefeld an. Er freue sich »auf den Start eines neuen Kapitels«, betonte der Münchner.

An die beiden vor über zwei Jahren aussortierten Weltmeister von 2014 sind bei Joachim Löws Abschiedsmission hohe Erwartungen geknüpft. »Sie sind Führungsspieler«, betonte DFB-Direktor Oliver Bierhoff nach dem gemeinsamen Mittagessen. Daher sei es »wichtig, dass sie als Vorbild vorneweg marschieren«. In diesem Fall schlucke er auch gerne den einen der anderen Spruch runter, den »Radio« Müller jetzt schon gebracht habe, sagte Bierhoff schmunzelnd über die erste Begegnung mit den Rückkehrern im Vier-Sterne-Hotel Nidum.

Dort sollen auch Ilkay Gündogan, Timo Werner, Kai Havertz und Antonio Rüdiger nach dem Champions-League-Finale zwischen Manchester City und dem FC Chelsea am Samstag (21 Uhr/Sky und DAZN) in Porto eintreffen. Nach einem Erlass des österreichischen Gesundheitsministers wurden die England-Legionäre zumindest von der Quarantänepflicht in der Alpenrepublik entbunden. Das Trainingslager, hieß es zu dieser Ausnahmegenehmigung, sei »im absolut zwingenden Interesse der Republik Österreich«.

Bierhoff nahm diese Entscheidung »sehr dankbar« auf, doch die Sorgen sind mit Blick auf das Turnier (11. Juni bis 11. Juli) trotzdem groß. In Deutschland, betonte Bierhoff mit ernster Miene, werde die Quarantäne-Regelung »zum Problem«. Dort sind für Einreisende aus Virusvariantengebieten wie Großbritannien 14 Tage Isolation vorgeschrieben, ein Freitesten ist nicht möglich. Bierhoff macht das »noch ein bisschen Kopfzerbrechen«, wie er zugab.

Löw begrüßte am Freitag im 1200 m hoch gelegenen Seefeld 20 Spieler seines 26er-Aufgebots. Neben den Endspiel-Teilnehmern fehlten beim ersten Training am Fuße der Toni-Seelos-Schanze auch Toni Kroos (Covid-19-Erkrankung) und Leon Goretzka (Muskelfaserriss im Oberschenkel). Beide sollen aber in den nächsten Tagen in den Tiroler Alpen eintreffen.

Trotz einiger ungeklärter Fragen geht Bierhoff das zehntägige Trainingslager voller Optimismus an. Bei jedem Nationalspieler habe er eine »große Freude gespürt«. Man habe eine »hohe Qualität, gute Charaktere. Wir werden voll engagiert rangehen«. In Seefeld müsse man »Entschlossenheit, eiserne Disziplin und absoluten Siegeswillen entwickeln«. Dafür soll auch Weltumsegler Mike Horn mit einem Vortrag sorgen, der schon beim WM-Triumph 2014 dabei war.

Optimale Bedingungen

Löw hatte zuvor betont, dass »das Trainingslager ein wichtiger Schlüssel für das Turnier« sei. Daher will der scheidende Bundestrainer nichts dem Zufall überlassen. Bereits nach dem Frühstück inspizierte der am Donnerstag angereiste Löw die Trainingsplätze. Planen mit dem Konterfei der Nationalspieler schirmen diese vor neugierigen Blicken ab. Kleine Panne: Auf dem Sichtschutz waren auch der verletzte Torhüter Marc-Andre ter Stegen und der nicht berücksichtige Jonathan Tah zu sehen.

Ansonsten fand das DFB-Team laut Bierhoff »optimale Bedingungen« vor. Im Rahmen des Trainingslagers wird der dreimalige Europameister am 2. Juni in Innsbruck ein Länderspiel gegen Turnierteilnehmer Dänemark bestreiten. Die EM-Generalprobe erfolgt am 7. Juni in Düsseldorf gegen Lettland - ob die »Engländer« dann dabei sein können, wusste Bierhoff noch nicht zu sagen. Der Turnierstart erfolgt am 15. Juni in München gegen Weltmeister Frankreich. Die erforderliche »mentale Stärke« für den schweren Auftakt soll laut Bierhoff schon in Tirol entwickelt werden.

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