Silva-Ersatz schon an der Angel

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(dur). Oliver Glasner ist der Gegenentwurf von einem wildromantischen Schwärmer. Der neue Eintracht-Trainer gehört eher der Fraktion der beinharten Realisten an. Angesprochen auf die umworbenen André Silva und Filip Kostic bedeutete der 46-Jährige: »Ich traue mir im Fußball nicht zu, ein finales Endszenario aufzuzeigen.« Will sagen: Alles ist möglich.

Der Österreicher hat zwar tapfer angekündigt, um seine beiden begehrten Fußballer kämpfen zu wollen. Wahrscheinlich hat Glasner aber da, am Dienstag, schon gewusst, dass es ein Kampf gegen Windmühlen wird und er zumindest einen der beiden nicht in Frankfurt anleiten wird. Denn Silva, der zweitbeste Bundesliga-Torschütze nach Robert Lewandowski, wird die Eintracht nach zwei Jahren mit ziemlicher Sicherheit verlassen. Der Wechsel zu RB Leipzig ist zwar noch nicht perfekt, aber ausverhandelt. Es hakt nur an letzten Details. Die Eintracht wird mit 25 Millionen Euro entschädigt. Für den kongenialen Partner Kostic liegt indessen (noch) kein Angebot vor, ein marktgerechter Preis in Corona-Zeiten wären rund 20 Millionen Euro. Die Eintracht würde den serbischen Nationalspieler nur ungern ziehen lassen. Andererseits wäre jetzt wohl die letzte Chance, viel Geld für ihn zu erzielen.

Die Eintracht wird nun aber zunächst versuchen die große Lücke, die André Silva reißen wird, adäquat zu schließen. Gewappnet ist die sportliche Leitung auch in diesem Fall. Kaderplaner Ben Manga ist längst in Argentinien fündig geworden, beim traditionsreichen Klub River Plate aus Buenos Aires. Dort spielt der Kolumbianer Rafael Santos Borré (25), Mittelstürmer, schnell auf den Beinen. Der Angreifer, der schon in Spanien beim FC Villareal spielte, hat in den vergangenen eineinhalb Jahren 30 Tore für River Plate erzielt, gilt als flinker Torjäger, der die Tiefe sucht. Die Eintracht will ihn mit einem Vierjahresvertrag ausstatten. Der Deal ist so gut wie durch, nur noch letzte Formalitäten müssen geklärt werden. Das ist, rein technisch, nicht so leicht, weil der Mann aus Barranquilla zurzeit mit dem Nationalteam an der Copa America teilnimmt und in Brasilien weilt.

Wahrscheinlich ist, dass die Offensivkraft auch dann nach Frankfurt gekommen wäre, wenn Silva doch bleiben würde. Das wiederum bedeutet, dass die Eintracht noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen könnte. Das Interesse an Randal Kolo Muani (22) vom FC Nantes ist bekannt. Der Mittelstürmer hat in Frankreich neun Tore erzielt und acht weitere vorbereitet.

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