Die Entscheidungsträger in Berlin setzen andere Prioritäten und überlassen die Legitimation von Bundesliga-Spielen ohne Zuschauer den Landesregierungen. FOTO: DPA
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Die Entscheidungsträger in Berlin setzen andere Prioritäten und überlassen die Legitimation von Bundesliga-Spielen ohne Zuschauer den Landesregierungen. FOTO: DPA

Das Signal bleibt aus

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Bei der Konferenz von Bund und Ländern waren die mittlerweile schon herbeigesehnten Geisterspiele in der Bundesliga laut Markus Söder "kein Thema". Fest steht nur: Zuschauer dürfen bis 31. August nicht ins Stadion.

Die Bundesliga muss sich hinten anstellen. Bei der Konferenz von Bund und Ländern inmitten der Coronavirus-Krise waren Geisterspiele im Profi-Fußball "kein Thema", wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte. "Ob und in welcher Form" diese möglich seien, führte der CSU-Politiker am Mittwoch während einer Pressekonferenz aus: "Das wird man dann noch diskutieren." Die Prioritäten beim Gipfeltreffen waren andere.

Zumindest auf ein kleines Signal aus der Politik hatten aber wohl viele Vereine der Deutschen Fußball-Liga gehofft. Der Spielbetrieb ist aktuell bis mindestens zum 30. April ausgesetzt. Am 23. April wollen die Clubs das weitere Vorgehen festlegen. Nach wie vor hofft der Profi-Fußball aber darauf, die Spielzeit mithilfe von Geisterspielen bis zum 30. Juni beenden zu können.

Trainiert wird in der Bundesliga schon seit mehreren Tagen, allerdings auch unter strengen Auflagen. Intensives Mannschaftstraining, Zweikämpfe, selbst das gemeinsame Mittagessen würde gegen das strikte Kontaktverbot verstoßen. Dieses wurde am Mittwoch von Bund und Ländern grundsätzlich bis mindestens 3. Mai verlängert. Ein schneller Neustart wird dadurch nicht einfacher.

Länder müssen konkret werden

Bund und Länder einigten sich zudem auf die Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen bis mindestens 31. August. Damit, dass vorher wieder Zuschauer in die Stadien dürfen, hatte aber ohnehin niemand mehr gerechnet. Betroffen sind auch alle anderen Sportereignisse mit Fans.

Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Großveranstaltungen, sollen von den Ländern getroffen werden, deren Regierungen wohl am Donnerstag tagen werden. Söder kündigte an, sein Bundesland werde die Lockerungen teils "vorsichtiger" und "zurückhaltender" angehen. Möglicherweise drohen der DFL in den verschiedenen Bundesländern verschiedene Vorgaben, sodass gar nicht an allen Standorten gespielt werden kann. Zuletzt war von rund 240 Personen die Rede, die bei Bundesliga-Geisterspielen im Stadion sein müssten.

Hessens Innen- und Sportminister Peter Beuth bezeichnete Geisterspiele auf absehbare Zeit als die einzige Chance, den ökonomischen Verlust der Clubs zu minimieren. "Zwar sind Geisterspiele für viele Profi-Teams eine große finanzielle Belastung, allerdings im Vergleich zu dem drohenden wirtschaftlichen Schaden durch die völlige Einstellung des Spielbetriebs in 1. und 2. Bundesliga das kleinere Übel", gab der CDU-Politiker zu verstehen.

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