Dortmunds Emre Can möchte auch heute im Rückspiel in Paris (l. Marco Verratti) vorangehen. FOTO: DPA
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Dortmunds Emre Can möchte auch heute im Rückspiel in Paris (l. Marco Verratti) vorangehen. FOTO: DPA

BVB sieht sich in Paris im Vorteil

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(sid). Zu Hause würde Lucien Favre sofort umschalten. "Am Sonntag war Juventus Turin gegen Inter Mailand im Fernsehen", sagte der Trainer von Borussia Dortmund über seine Erfahrung mit Geisterspielen: "Ich konnte nur zwei Minuten schauen. Keine Lust." Die Frage der Lust allerdings stellt sich heute Abend (21 Uhr/Sky) bei Paris St. Germain nicht - im verwaisten Prinzenpark geht es für den BVB im Achtelfinal-Rückspiel um Prestige, Millionen und einen süßen Triumph über Thomas Tuchel.

Beim Anflug auf den Kleinflughafen Le Bourget am Dienstagmittag versuchte Favre, seine Mannschaft "auch mental vorzubereiten". Sebastian Kehl warnte die Spieler davor, sich von der gespenstischen Atmosphäre runterziehen zu lassen. "Das ist ganz komisch. Das fühlt sich manchmal an wie so ein Abschlusstraining", sagte der Lizenzspielerchef: "Aber wir sehen uns gewappnet."

Welche Mannschaft besser den inneren Schalter umlegen kann, wer besser mit den widrigen Umständen klarkommt, wird sich wohl durchsetzen. Denn PSG mit dem früheren BVB-Trainer Tuchel fehlt zwar der Heimvorteil, allerdings wird auch keine Unruhe aufkommen - Tuchel steht unter enormem Druck der katarischen Investoren. Coronavirus hin oder her: "Für sie bricht die Welt zusammen, wenn sie ausscheiden", stichelte Hans-Joachim Watzke. Der Dortmunder Geschäftsführer sieht den BVB "psychologisch im Vorteil, der Druck liegt maximal auf Paris". Doch nicht nur das: Seine Mannschaft spielt derzeit in Topform, auch das 2:1 im Hinspiel ist ein Plus. "Wir können gerne 7:6 verlieren", spaßte Abwehrchef Mats Hummels. Das würde schließlich reichen.

Deutlich ernster nahm es Emre Can. Das neue "Mentalitätsmonster" der Dortmunder fordert einen Wechsel in der Eigenwahrnehmung. "Wir müssen es aus den Köpfen kriegen, dass man sagt: Im Achtelfinale ist für uns meistens Schluss", forderte er im "kicker". "Wir müssen an uns glauben und als Einheit auftreten. So wie vor drei Wochen im Hinspiel." Da war von der 500-Millionen-Euro-Offensive der Franzosen, die womöglich auf Weltmeister Kylian Mbappe (Infekt) verzichten müssen, herzlich wenig zu sehen. Can setzte mit einem eisenharten Zweikampf gegen Neymar früh ein Zeichen und will wieder vorangehen: "Gegen solche Mannschaften muss man von Anfang an zeigen, dass man keine Angst hat."

Voraussichtliche Aufstellungen: Paris: Navas - Kehrer, Marquinhos, Thiago Silva (Kimpembe), Bernat - Di Maria, Gueye, Paredes, Neymar - Cavani, Mbappe (Icardi) / Dortmund: Bürki - Piszczek, Hummels, Zagadou - Hakimi, Witsel, Can, Guerreiro - Sancho, Haaland, Hazard / Schiedsrichter: Taylor (England).

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