Daniel Theis (l.) beim 89:78 gegen Senegal (Mouhammad Faye) in Aktion.
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Daniel Theis (l.) beim 89:78 gegen Senegal (Mouhammad Faye) in Aktion.

Siegen, nicht rechnen

  • vonDPA
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Die deutschen Basketballer starten mit kämpferischen Ansagen ins "Endspiel" um die Chance auf Olympia. Beim Duell mit Kanada soll nicht gerechnet werden. Anführer Dennis Schröder findet deutliche Worte.

Es rumorte in Dennis Schröder. Mit deutlichen Worten richtete sich der NBA-Star an seine Kritiker - und formulierte eine martialische Kampfansage für den WM-Showdown der deutschen Basketballer um den Olympia-Traum. "Jeder weiß, wie wichtig das ist", betonte der 25 Jahre alte Anführer vor dem Duell mit Kanada zum WM-Finale der Platzierungsrunde am heutigen Montag (14.00 Uhr/Magentasport). "Ich glaube, jeder wird ready sein, um in den Krieg zu ziehen."

Ruhig, aber bestimmt sprach Schröder frisch geduscht mit weißen Kopfhörern im Ohr vor der Kabine im Shanghai Oriental Sports Center nach seiner Glanzleistung. Dank 24 Punkten und zwölf Vorlagen trug er nach dem 89:78-Erfolg über Außenseiter Senegal die Trophäe für den besten Spieler des Spiels vom Parkett und vergrößerte maßgeblich die deutschen Hoffnungen auf die Sommerspiele 2020 in Tokio. Mit einem Sieg über Kanada wäre der Sprung zu einem von vier vorolympischen Qualiturnieren im nächsten Sommer perfekt, auch eine Niederlage kann sich das Team beim letzten Auftritt in China unter Umständen leisten.

Doch rechnen und Korbdifferenzen mit anderen Aspiranten vergleichen will kein Spieler. Auch angesichts des bleibenden Gesamteindrucks nach einem Turnier, das mit großen Ambitionen begann und durch das Vorrundenscheitern zum Fehlschlag der talentierten Generation um Schröder wurde. "Wir sind in einer Situation, in der es ums Überleben geht, um Kampf, um Stolz, Charakter zeigen", sagte Kapitän Robin Benzing. "Ein Spiel müssen wir noch gewinnen - egal wie!"

Dafür braucht das Team wohl wieder seinen Aufbauspieler Schröder in der Form der zweiten Halbzeit gegen Senegal, als er 18 Punkte erzielte und seine Mitspieler immer wieder sehenswert in Szene setzte. "Jetzt haben wir gewonnen, jetzt ist alles super. Wenn man verliert, wird dann immer alles kritisiert", sagte er spöttisch. "Aber das ist mein Spiel, das werde ich weiterhin machen."

Sein Auftritt in den Katakomben vermittelte den Eindruck eines Sportlers, der Kritik zwar abperlen lassen will, sich aber von der Öffentlichkeit doch missverstanden und zu wenig wertgeschätzt fühlt. Zuletzt hatte beispielsweise Bayern Münchens Geschäftsführer Marko Pesic den NBA-Profi der Oklahoma City Thunder als besten Spieler bezeichnet, aber die Rolle des Anführers abgesprochen. "Ich stehe immer noch hier, spiele immer noch für mein Land, egal, ob sie mich kritisieren, komme mit meiner Familie hier her und investiere Zeit", sagte Schröder. "Es ist alles für Deutschland. Ich mache das schon seit sechs Jahren, habe gar keine Freizeit im Sommer." Kanada mit dem langjährigen Bundesligatrainer Gordon Herbert als Assistenzcoach am Seitenrand stimmte sich bei der 126:71-Demontage von Jordanien mit einem Rekord auf das Duell ein. 24 Dreipunktewürfe hatte noch nie zuvor ein Team bei der WM geschafft.

Deutschland - Senegal 89:78 (36:37). - Beste Werfer: Schröder (24), Voigtmann (14), Theis (14), Kleber (12), Benzing (11) für Deutschland - Faye (17), Ndour (17), Ndoye (11), Toure (11) für Senegal.

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