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Sich noch einmal quälen

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Trotz des kalendarischen Frühlingsanfangs fährt der Wintersport am Wochenende nochmals groß auf. Für Biathleten, Skiflieger oder auch Snowboarder stehen noch die Weltcupfinals auf dem Programm.

Die Formel-1-Boliden sind bereits unter der australischen Sonne in die neue Saison gerast, die ersten Radprofis rollen schon über Europas Straßen – doch gleichzeitig kämpfen sich auf Schanzen, Pisten und in den Loipen immer noch Wintersportler durch den Schnee. Während pünktlich zum kalendarischen Frühlingsanfang in Deutschland die Temperaturen deutlich stiegen, will der Winter zumindest im Sport noch nicht weichen. Zahlreiche Weltcupfinals stehen am Wochenende auf dem Programm.

Kaum eine Verschnaufpause ist den deutschen Biathleten nach den kräftezehrenden wie medaillenreichen Weltmeisterschaften in Östersund vergönnt. Statt endlich die Füße hochlegen und die Sonnenstrahlen genießen zu können, ging es mit dem Flieger von Schweden direkt in die norwegische Hauptstadt Oslo, wo heute der Sprint der Frauen (ARD/ab 16.10 Uhr) ausgetragen. »Ich will den positiven Schwung mitnehmen, an so einem traditionellen Ort ist man immer motiviert«, sagte Verfolgungs-Weltmeisterin Denise Herrmann, und auch die doppelt mit Bronze dekorierte Laura Dahlmeier versprach: »Ich werde mich noch einmal voll reinhauen.«

Sprints, Verfolger und Massenstarts stehen am legendären Holmenkollen auf dem Programm, in letzteren besitzen Einzel-Weltmeister Arnd Peiffer und Franziska Preuß zumindest noch theoretische Chancen auf die kleinen Kristallkugeln. Als zusätzliche Motivation zum Saisonabschluss wartet die Anlage oberhalb von Oslo mit einer traumhaften Winterlandschaft auf.

Bilder, die Ende März zum Abschluss einer Wintersportsaison nicht unbedingt üblich sind. Die Nordischen Kombinierer waren am vergangenen Wochenende in Schonach über ein weißes Band in grüner Landschaft gejagt, beim Weltcupfinale der Skirennläufer in Soldeu/Andorra verfolgte so mancher die Wettkämpfe bereits im T-Shirt.

Und auch wenn die alpinen Snowboarder um Weltmeisterin Selina Jörg ihre Saison am Wochenende mit den Parallel-Slaloms in Winterberg beschließen, wird abseits der bestens präparierten Piste nicht mehr viel an Winter erinnern. Die Skilangläufer blicken im kanadischen Quebec ab Freitag bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hingegen einem standesgemäßen Abschluss des Winters entgegen.

Während hierzulande vielerorts bei Prognosen von bis zu 20 Grad schon die Garten-stühle rausgestellt werden können, müssen die Skispringer ebenfalls noch auf ihren Urlaub nach einer langen Saison und der rauschenden WM in Seefeld warten. Doch die Motivation könnte größer kaum sein: Juliane Seyfarth will nach ihrem Doppelsieg in Nischni Tagil ihren Russland-Höhenflug auch in Tschaikowski fortsetzen und die neue Bluebird-Tour gewinnen, der scheidende Männer-Bundestrainer Werner Schuster freut sich indes beim Skifliegen in Planica auf den »letzten sportlichen Höhepunkt des Winters«.

Schließlich kann Skisprung-Weltmeister Markus Eisenbichler beim traditionellen Abschluss in Slowenien seine starke Saison mit dem Gewinn der Disziplinwertung abrunden, bei den Skifliegern liegt er nur 16 Punkte hinter Gesamtweltcupsieger Ryoyu Kobayashi aussichtsreich auf Rang zwei. »Diese kleine Kristallkugel«, betonte Eisenbichler, »will ich beim Heimfahren im Gepäck haben.« Und dann wie alle Wintersportler endlich den Frühling ohne Schnee genießen.

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