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Wollen auch morgen gegen Hoffenheim wieder jubeln: Frankfurts Cheftrainer Adi Hütter und Luka Jovic. Ob der Stürmer von Beginn an auf dem Platz stehen wird, lässt Hütter offen.

Selbstbewusst nach Sinsheim

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Die Frankfurter Eintracht ist die Mannschaft der Stunde in der Fußball- Bundesliga. Am Main darf bereits vorsichtig von der Champions League geträumt werden. Morgen geht es gegen Hoffenheim.

So furchtbar oft hat der Benjamin Vater Bruno nicht in die Bredouille gebracht, der Haussegen bei Familie Hübner hing oft genug gerade. Häufig war der Innenverteidiger der TSG Hoffenheim nämlich im Spiel gegen Eintracht Frankfurt unpässlich, auch am Sonntag wird der 31-Jährige nicht dazwischenfunken können. Eine langwierige Kapselverletzung im Sprunggelenk, die ihn schon die gesamte Saison gekostet hat, verhindert weiterhin einen Einsatz. Vater Bruno ist das ganz lieb, da kann der Filius den Hessen nicht wehtun. Und das hat der Schlaks etwa vor vier Jahren besonders schmerzhaft getan, kurz vor Schluss hat er in Sinsheim den 1:0-Siegtreffer für die Kraichgauer erzielt, per Kopf natürlich.

In dieser Saison ist die TSG Hoffenheim eine Wundertüte, unberechenbar, schwer einzuschätzen, Platz zwölf, 22 Punkte. Die Sinsheimer haben die Bayern 4:1 geschlagen und gegen Schalke 0:4 verloren, sie haben in Gladbach 2:1 gewonnen und sind zu Hause gegen Arminia Bielefeld über ein 0:0 nicht hinausgekommen. »Wir dürfen uns von der Tabellensituation nicht täuschen lassen«, hebt der Frankfurter Sportdirektor warnend den Finger. »Das ist eine richtig gute Mannschaft.« Allerdings sei sie in dieser Runde arg gebeutelt von zahlreichen Verletzungen und Corona-Fällen. »Sie mussten viel improvisieren.« Einerseits.

Andererseits gibt es derzeit in der Liga kaum eine Mannschaft, deren Brust breiter ist als die von Eintracht Frankfurt, allenthalben als Mannschaft der Stunde geadelt, die 20 von 24 möglichen Zählern aus den vergangenen acht Spielen gesammelt hat. Lob prasselt von allen Seiten herab, so viel, dass da leicht die Gefahr aufkommen könnte, hochnäsig und leichtfertig zu werden. »Ja«, sagt Amin Younes, einer der Garanten des Höhenflugs, »es gibt viel Lob für uns, darüber freuen wir uns«. Aber, sagt der 27-Jährige, er habe keine Sorge, dass im Team einer darunter wäre, der abheben könnte. »Wir geben jeden Tag im Training Gas. Keiner denkt, es läuft von selbst. Das Entscheidende ist: Es geht immer darum, die Zweikämpfe anzunehmen, von der ersten Minute an.«

Natürlich weiß der frühere deutsche Nationalspieler, dass im Moment die Frankfurter Offensive in aller Munde ist, die teilweise mit schön anzusehenden Ballstafetten aufwartet. »Ich bin kein Fan davon, immer die Offensive hervorzuheben. Man muss auch die Jungs hinten sehr loben. Ohne sie könnten wir vorne gar nicht mit dieser Leichtigkeit spielen«, sagt der flinke Drib-bler: »Das gibt uns vorne einen Schub.« Einer, der für die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive sorgt, ist Djibril Sow. Auch an ihm lässt sich mühelos der Frankfurter Aufschwung festmachen. Seit Wochen agiert der Schweizer in bestechender Form. »Endlich spiele ich so, wie ich spielen kann, so wie ich auch in Bern gespielt habe.«

Chefcoach Adi Hütter äußerte sich gestern bei der Video-Pressekonferenz zu immer lauteren Forderungen nach dem Startelf-Debüt von Topstürmer Luka Jovic: Er werde sich auf seinen eigenen Plan verlassen - und sich nicht vom Druck von außen leiten lassen. »Ich halte ihn nicht zurück, weil ich ihn zurückhalten will. Wir wissen schon genau, wann der richtige Zeitpunkt ist. Ich lasse mir auch nicht reinreden, wann er spielen muss«, sagte der 50-Jährige.

Es erscheint gut möglich, dass Hütter auch in Sinsheim wieder auf das bewährte System mit zwei Zehnern und einem Stürmer setzt, der erneut André Silva und nicht Jovic heißt. »Dass Luka nicht auf Dauer als Reservist hierhergekommen ist, das wissen wir. Trotz allem passe ich auf ihn auf«, sagte Hütter.

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