Seitz und Dauser patzen mehrfach

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(sid). Bei den Siegerehrungen ertönte schon die olympische Hymne, doch auf dem Weg zu den Sommerspielen von Tokio kamen die deutschen Kunstturnerinnen und Kunstturner bei ihrer zweiten und letzten Qualifikation mehrfach ins Stolpern. Rekordmeisterin Elisabeth Seitz war besonders verstimmt, zum zweiten Mal binnen einer Woche fiel die Stuttgarterin vom Schwebebalken.

»Darüber habe ich mich ziemlich geärgert, aber es gibt natürlich auch noch Möglichkeiten, einiges aufzuarbeiten«, sagte die 27-Jährige, die diesmal im Mehrkampf der Kölnerin Sarah Voss den Vortritt lassen musste.

Seitz und Voss werden erwartungsgemäß zur deutschen Frauen-Riege bei Olympia gehören. Darüber hinaus nominierte der zuständige DTB-Lenkungsstab am Sonntag die ehemalige Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer aus Chemnitz sowie Kim Bui (Stuttgart).

Nur zweiter Sieger war in der Münchner Olympiahalle auch der deutsche Mehrkampf-Meister Lukas Dauser. Nach zwei Patzern am Pauschenpferd und an den Ringen konnte der Unterhachinger auch mit einer Weltklasseübung am Barren (15,766) den Rückstand auf den Hannoveraner Andreas Toba nicht mehr wettmachen.

Der DTB ließ keine Zweifel daran, dass das Duo dem deutschen Männer-Team für Olympia angehören wird. Komplettiert wird das Quartett durch den Erfurter Nils Dunkel und Philipp Herder aus Berlin.

»Ich hatte ein bisschen Last auf den Schultern, weil ich mich zu sehr unter Druck gesetzt habe«, kommentierte Dauser, WM-Achter am Barren, seinen durchwachsenen Auftritt. An seinem Schokoladengerät ist der 27-Jährige in der japanischen Hauptstadt aber ein Finalkandidat, wenn nicht sogar mehr.

»Wenn ihm in Tokio eine saubere Übung mit einem perfekten Abgang gelingt, hat Lukas sogar eine kleine Medaillenchance«, analysierte DTB-Olympiatrainer Valeri Belenki. Auch im Mannschafts-Wettbewerb wolle man besser abschneiden als bei der Heim-WM 2019 in Stuttgart, wo es nur zu Platz zwölf Platz.

Doch der Coach räumte ein, dass die schwere Knieverletzung seines langjährigen Schützlings Marcel Nguyen seine Personalplanungen ziemlich erschwert. Belenki: »Marcels Ausfall macht es nicht leichter für uns. Sein Fehlen tut uns richtig weh.«

Derlei Schmerzen hat Cheftrainerin Ulla Koch derzeit nicht, ein kurzfristiger Ausfall würde ihre Riege aber durchaus schwächen. Aktuell strebt die 65-Jährige mit ihrem Quartett weiterhin einen Platz im olympischen Mannschaftsfinale der besten acht Riegen an.

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