Der Druck wächst: Eintracht-Trainer Adi Hütter hat die letzten fünf Spiele mit seinem Team verloren. FOTO: DPA
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Der Druck wächst: Eintracht-Trainer Adi Hütter hat die letzten fünf Spiele mit seinem Team verloren. FOTO: DPA

"Sehr prekäre Situation"

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Martin Hinteregger hat es getan, auch sein Kollege Sebastian Rode. Nach der jüngsten 2:5-Watschn beim FC Bayern nahmen die beiden Fußball-Bundesliga-Spieler von Eintracht Frankfurt das so unangenehme Wörtchen in den Mund: Abstiegskampf, so hieß es unisono, sei nun angesagt. Nicht mehr und nicht weniger. "Ab Dienstag gilt’s", schob Rode noch treffend hinterher.

Der Chef der Frankfurter Truppe, Trainer Adi Hütter, umdribbelt jene ach so böse Formulierung verbal weiterhin gekonnt. Bei der gestrigen Pressekonferenz mit Blick auf das heutige Heimspiel der Eintracht gegen den SC Freiburg (20.30 Uhr) sagte der 50-Jährige nur: "Bevor wir die Situation schönreden, ist es mir lieber, dass die Spieler das Wort in den Mund nehmen. Wir müssen der Realität ins Auge sehen." Seine Mannschaft sei auf jeden Fall deutlich mehr unter Zugzwang als der Gegner aus dem Breisgau. Nach zuletzt fünf Bundesliga-Niederlagen nacheinander ist der Vorsprung der Eintracht auf den Relegationsrang, mit einem Spiel in der Hinterhand, bis auf vier Zähler geschrumpft. "Natürlich können wir die Tabelle lesen und sind uns der Situation bewusst", sagte Hütter: "Ich möchte aber auch den Appell loswerden, dass wir von der Qualität unseres Kaders überzeugt sind." Die Partie des Tabellen-14. gegen die siebtplatzierten Freiburger sei ein richtungsweisend - "sie als vorentscheidend zu bezeichnen, finde ich aber übertrieben. Dafür ist es noch zu früh." Freilich müsse aber gepunktet werden, um wieder in sichere Gefilde des Tableaus zu gelangen. "Wir wissen aber auch, dass wir die Qualität haben, uns herauszuarbeiten aus der sehr prekären Situation."

Doch wie genau? Ein paar sich aufdrängende Fragen hinsichtlich Taktik und Personal beantwortet der Frankfurter Trainer gewohnt unpräzise. Ob er gegen Freiburg seine Abwehr umbauen und statt einer Viererkette wieder auf eine Dreierreihe setzen werde, wurde er zum Beispiel gefragt. Seine Antwort: "Das ist sicher eine Überlegung, eine Option, um den Gegner mit der Aufstellung zum Nachdenken zu bringen." Außerdem wollten die Reporter wissen, ob denn auch die Variante möglich sei, mal wieder mit zwei Angreifern, also mit Bas Dost und André Silva, gemeinsam von Beginn an stürmen zu lassen. Hütters Replik: "Grundsätzlich geht das natürlich immer. Besser wäre es, wenn ich wüsste, dass sie auch heil aus den Spielen herauskommen. Wir müssen vorsichtig sein, weil Goncalo Paciencia noch nicht im Mannschaftstraining ist. Das schließt aber nicht aus, dass wir mit zwei Spitzen beginnen."

Antworten, die Fragen kaum beantworten, sind nicht erst in den vergangenen Krisenwochen in Hütters Formulierungen übergegangen. Seit Beginn seines Frankfurter Schaffens gibt er nur äußerst selten detaillierte Einblicke in seine Denkprozesse. Hütter wird also versuchen, seinen Trainerkollegen Christian Streich zu überraschen. Einerseits. Andererseits betonte er gestern, sich nicht zu sehr nach den Gästen richten zu wollen. Dass das Hinspiel (1:0 für Freiburg) aufgrund des späten Remplers von Eintracht-Kapitän David Abraham an Streich turbulent endete, ist für Hütter kein Thema mehr.

Der Coach wird seine Startelf umbauen, alles andere wäre höchst überraschend. Die zuletzt als Außenverteidiger aufgebotenen Almamy Touré und Evan Ndicka sind in ihrer aktuellen Verfassung Sicherheitsrisiken. Als Alternative bliebe Hütter zum Beispiel die Neubesetzung der Außenpositionen in der Viererkette, etwa mit Danny da Costa auf rechts und Timothy Chandler auf links.

Ob nun hinten mit drei oder vier Spielern, vorne mit einem oder zwei; Hütter wird seiner Mannschaft vor dem Anpfiff eine fast noch wichtigere Marschroute mit auf den Weg geben. Sie soll enger zusammenrücken, sich als Team zusammenraufen und sich gemeinsam aus der Krise arbeiten. "Wir können nur als Mannschaft bestehen", sagte Hütter. Worte, die ziemlich doll nach Abstiegskampf klingen. Daniel Schmitt

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