Deutschlands Frederik Tiffels (l.) und Lettlands Arvils Bergmanis im Zweikampf um den Puck. FOTO: DPA
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Deutschlands Frederik Tiffels (l.) und Lettlands Arvils Bergmanis im Zweikampf um den Puck. FOTO: DPA

Schwung für einen DEL-Start

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(sid). Beim Eishockey-Restart nach acht Monaten Corona-Zwangspause reichte es für die deutsche Nationalmannschaft nicht zum Turniersieg beim Deutschland Cup, doch die sportliche Bilanz war zweitrangig. "Der größte Erfolg ist, dass wir der Sportart das Signal geben, auch in der Liga: Es geht, es funktioniert", sagte DEB-Präsident Franz Reindl schon vor dem 2:3 nach Verlängerung (1:2, 0:0, 1:0, 0:1) im Finale gegen Lettland.

"Ein gelungenes Turnier ist in diesen Tagen, wenn wir keinen Coronafall haben", erläuterte der Verbandschef, der die Veranstaltung trotz der Absagen der meisten internationalen Gegner, des Zuschauerverbots und der Corona-Erkrankung des Bundestrainers Toni Söderholm durchgezogen hatte: "Du musst beweisen, dass es trotz Lockdown funktioniert, Eishockey zu spielen."

Diesen Beweis lieferten die Nationalspieler nach der längsten Sommerpause ihrer Karriere eindrucksvoll. In ihrer "Blase" nahmen sie alle Einschränkungen "in Kauf, um den Sport möglich zu machen", betonte Olympia-Silbermedaillengewinner Matthias Plachta: "Es ist ein Riesenschritt, um auch die DEL in Schwung zu bekommen."

Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL), die nach dem letzten Hauptrundenspieltag am 8. März die Saison abgebrochen hatte, entscheidet am 19. November über ihren schon zweimal verschobenen Wiederbeginn. "Ich hoffe, dass die Saison so schnell wie möglich beginnt", sagte Jungstar Lukas Reichel, der vor einem Monat in der ersten Runde des NHL-Draft von den Chicago Blackhawks gezogen worden war, vorerst aber weiter bei den Eisbären Berlin spielen soll.

500 Coronatests ließ der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) bei seinem Heimturnier durchführen, davon 300 Schnelltests und 200 PCR-Abstriche, die letzten am Sonntag, alle waren negativ. Ein Tracker, den die Spieler während der Partien am Trikot und außerhalb der Bande am Handgelenk trugen, registrierte alle Kontakte. Niemand durfte sich außerhalb von Halle, Hotel und Bus bewegen. "In der Bubble lässt sich das ganz gut managen", sagte Verteidiger Korbinian Holzer, der diese Maßnahmen schon beim NHL-Play-off-Turnier in Edmonton erlebt hatte, "jeder muss viel opfern, aber ich bin froh, dass es geklappt hat."

Gutes Eishockey boten die Nationalspieler den Fans daheim vor den Fernsehern obendrein.

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